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23.03.2011 - von Christian Lingnau
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Bergahorn (Acer pseudoplatanus)

Der Bergahorn, der 2009 zum Baum des Jahres gewählt wurde, ist eine von weltweit über 150 vorkommenden Ahornarten. Er ist als Edellaubholz eine gefragte Baumart bei den Förstern, da er nicht nur den Mischanteil in den Bergwäldern erhöht, eine nährstoffreiche Streu abwirft, sondern auch hohe Wuchsleistungen mit wenig Krankheitsanfälligkeit und gutem Absatz kombiniert. Als eine der drei heimischen Ahornarten liefert er das hellste und härteste Holz. Kaum ein anderer Laubbaum vermag auf solchen Höhen zu gedeihen, wobei der Bergahorn in der Höhe sogar noch an Konkurrenzkraft zunimmt. Sein Holz ist bei Drechslern, Schnitzern und Instrumentenbauern gefragt, darüber hinaus soll das trojanische Pferd, sowie die Flöte des Pan aus Ahornholz gebaut gewesen sein.

Was unterscheidet den Bergahorn von anderen, was zeichnet ihn aus?

Mit etwa 30 Jahren beginnt der Bergahorn zu blühen, dies geschieht fast zeitgleich mit dem Blattaustrieb gegen Ende April, Anfang Mai. Seine Früchte sind kleine Nüsschen mit jeweils einem langen Flügel die paarweise vorkommen und sich erst beim Abwurf trennen. Die Blätter des Bergahorns sind fünffach gelappt und an den Enden stumpfer/rundlicher als beim Spitzahorn (Acer platanoides). Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal stellt der Blattstiel dar, während beim Zerquetschen des Spitzahornblattstiels Milchsaft hervortritt, fehlt dieser beim Bergahorn gänzlich. Die Knospen des Bergahorns sind grün und stehen vom Spross ab. Im Freistand entwickelt der Bergahorn eine runde bis eiförmige Krone. Er kann bis zu 500 Jahre alt werden und erreicht Durchmesser von einem Meter und mehr bei einer Oberhöhe von 40 Metern. Die Wurzeln dringen bis in eine Tiefe von 2 Metern vor. Dabei sorgt das Herzwurzelsystem für eine gute Durchwurzelung des Oberbodens. Typisch und Markant ist die Rinde des Bergahorns. Die Schuppenförmige Borke zeigt sich in den Farbtönen von gelb über dunkelbraun bis ins grün. Dass diese Form sehr an die Platane erinnert deutet auch der Name („pseudoplatanus" = Scheinplatane) an.

Es sind drei Ahornarten in Deutschland regelmäßig verbreitet. Unterschieden werden zum einen der Feldahorn (Acer campestre), der Spitzahorn (Acer platanoides) und der Bergahorn (Acer pseudoplatanus).


Welchen Standort braucht der Bergahorn?

Der Verbreitungsschwerpunkt des Bergahorns liegt in Mittel- und Südeuropa vor allem im Bergland. Im Harz und Erzgebirge vermag er auf Höhen bis 900 Metern zu steigen, im Alpenvorland sogar bis 2000 Meter.

Während er in der Jugend noch sehr Schattentolerant (aber spätfrostgefährdet) ist, benötigt er in späteren Jahren mehr Licht. Im Alter ist der Bergahorn frosthart bis -35°C. Böden die sehr trocken und zugleich nährstoffarm sind, sollten beim Bergahorn vermieden werden. Ansonsten ist der Bergahorn bei der Wahl der Böden nicht sehr anspruchsvoll. Gerne wird er auch an Hängen gepflanzt, wo er in der Lage ist Geröll zu halten und den Hang zu stabilisieren. Durch den Abwurf von nährstoffreichem Laub, wirkt sich der Bergahorn positiv auf den jeweiligen Standort aus.

Nutzung - Viehfutter, Sirup & Geigenholz

Ähnlich wie bei der Buche, ist das Holz nicht sehr witterungsbeständig, daher wird es häufig im Innenbereich verwendet. Geschätzt wird es bei Instrumentenbauern, Drechslern und Schnitzern. Neben dem Möbelbau besteht große Nachfrage bei Ahornfurnier, besonders wenn es eine spezielle Maserung (Riegel-, oder Vogelaugenmaserung) aufweist. Solche Bäume sind es, die auf Auktionen als Edelhölzer / Furnierstämme regelmäßig Höchstpreise erzielen.

Das Laub ist reich an Nährstoffen und wurde früher oft als Viehfutter verwendet. Doch berühmt ist auch der Ahornsirup. In Notzeiten wurde dafür auch der einheimische Ahorn (nicht so ertragreich wie der amerikanische Bruder, der Zuckerahorn - Acer sacharum) genutzt. Dazu wurde im Frühjahr die Rinde verletzt und der austretende Saft aufgefangen. Dieser Saft (Zuckergehalt: 1-3%) wurde dann über offenem Feuer zu Sirup gekocht oder sogar zu Zucker kristallisiert. Auf diese Weise wurde zur Besatzungszeit Napoleons oder auch im 1.Weltkrieg Ahornzucker gewonnen.

Gefährdung

Der Bergahorn ist eine Pflanze die nicht von vielen Schädlingen bedroht ist. Das einzige was die Pflanze gefährdet, ist Spätfrost im Jugendalter sowie zu starker Wildverbiss. Überflutungen kann der Bergahorn nur bis zu zwei Wochen überstehen. Es gibt verschiedene Blatterkrankungen, wovon die Teerfleckenkrankheit eine häufig beobachtete ist. Die kreisrunden, schwarzen Flecken auf den Blättern (hervorgerufen von einem Blattpilz) sind oft massig an einem Baum vertreten, dennoch fügen sie dem Baum keinen ernsthaften Schaden zu.

Interessantes

  • Der Bergahorn kann auch als Bioindikator für Luftreinheit fungieren, das bedeutet, dass er die Reinheit der Luft anzeigt. Dies geschieht dadurch, dass sich viele Flechten und Moose auf seiner Borke ansammeln (so genannte Aufsitzerpflanzen oder Epiphyten) die im Bodenbereich der Konkurrenzkraft anderer Pflanzen unterlegen wären. Wenn nun besonders empfindliche oder seltene Epiphyten an einer Borke vorzufinden sind, ist davon auszugehen, dass eine gute Luftqualität vorliegt.
  • In der Heilkunde wurden die Blätter als kühlendes Mittel auf fiebernde Stellen oder Schwellungen aufgelegt.
  • Der Begriff „Acer" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie scharf oder spitz, was sich wohl auf die Form der Ahornblätter bezieht.

Text: Tobias Wolf

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