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15.03.2009 - von Micha

Kampf gegen Globale Wasserkrise / Weltwasserforum 2009 Istanbul

Frankfurt / Istanbul (ots) - Die Ressource Wasser wird immer knapper. Das sei in erster Linie eine Folge von Verschwendung, Missmanagement und ineffizienter Bewässerung. 
"Wir steuern direkt auf eine globale Wasserkrise zu", warnt Martin Geiger, Leiter Bereich Süßwasser beim WWF Deutschland, anlässlich des Weltwasserforums in Istanbul. Deutliche Zeichen der weltweiten Wasserkrise sieht Martin Geiger in der Jahrhundertdürre Anfang 2009 in China oder in den extremen Trockenperioden im Mittelmeerraum. Die Folgen würden auch Deutschland treffen: Es drohen Landflucht, Kollaps der Landwirtschaft am Mittelmeer und ein Ende des Tourismus in beliebten Urlaubsregionen.  

Den WWF-Recherchen zufolge ist auch das Gastgeberland Türkei kein Vorbild in Sachen Wassermanagement. Der Grundwasserspiegel ist in den vergangenen drei Jahrzehnten um über 14 Meter gesunken. Zusätzlich verschärft sich die Lage durch einen beständigen Rückgang der Niederschläge (bis zu 43 Prozent weniger). Trotzdem werden immer größere Flächen für die Landwirtschaft künstlich bewässert und in den Urlaubsregionen sollen über 100 neue Golfplätze entstehen. Allein eine dieser Anlage hat den jährlichen Wasserbedarf einer Kleinstadt. Als Folge mussten 2007 Istanbul, Ankara und Izmir im Sommer tageweise das Wasser abstellen.

Doch auch Deutschland ist betroffen: Rund zehn Prozent des jährlichen Bedarfs an landwirtschaftlichen Gütern wird aus der Türkei importiert, darunter 158.162 t Schalen- und Trockenfrüchte, 113.488 t Gemüseprodukte und 54.223 t Obst. "Unsere Nachfrage befeuert damit zumindest indirekt den unverantwortlichen Wasserraubbau und wir wären direkt betroffen, wenn Dürren die türkischen Ernten vernichten", warnt die WWF-Expertin für die Mittelmeerregion, Dorothea August.  

Martin Geiger fordert einen globalen und verbindlichen Aktionsplan zur Bekämpfung der Wasserproblematik: "Für die Wissenschaft und den Erfahrungsaustausch ist das Weltwasserforum essentiell. Es mangelt ihm jedoch an Verbindlichkeit. Die Politik muss endlich auf die Tatsachen reagieren." Die Umwelorganisation sieht auch die Deutsche Bundesregierung in der Verantwortung, immerhin importiert die Bundesrepublik über Nahrungsmittel und Industriegüter jedes Jahr 106 Mrd. Kubikmeter Wasser. "Wir sind Verantwortlicher und Betroffener zugleich", so Martin Geiger. "Wir können es uns allein aus ökonomischer Sicht nicht leisten, tatenlos zusehen, wie sich die Wasserproblematik weiter verschärft."  

Das Weltwasserforum 2009 ist das bislang größte Treffen von Wissenschaftlern, Politikern und Experten aus aller Welt. Es werden mehr als 20.000 Teilnehmer erwartet, darunter 25 Staats- und Regierungschefs.

Hintergrundinformationen unter www.wwf.de/weltwasserforum

Interviewpartner: Dorothea August, Wasser-Expertin, Tel. 069-79144 201-

Interviewpartner in Istanbul: Martin Geiger, Leiter Bereich Süßwasser, Tel. 0162-29 144 10

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