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10.10.2018 - von Rotfuchs
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Sonderbericht des IPCC – Folgen und Maßnahmen einer 1,5 °C globalen Erwärmung

Seit 2016 arbeitet der Weltklimarat IPCC an der Erstellung eines Sonderberichtes über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5° Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau. Jetzt hat der Weltklimarat diesen Bericht veröffentlicht. Aus diesem geht hervor, dass schon ein halbes Grad Celsius, signifikante Unterschiede in den Auswirkungen des Klimawandels bewirken kann.
Neben den Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5° Celsius werden unter anderem die damit zusammenhängenden Treibhausgasemissionspfade, Maßnahmen zur Bekämpfung der mit dem Klimawandel einhergehenden Gefahren sowie Ziele zur nachhaltigen Entwicklung aufgeführt.

Welche Veränderungen bringt eine globale Erderwärmung um 1,5° Celsius mit sich und welche Unterschiede existieren gegenüber einem Anstieg um 2° Celsius?

Die globalen Temperaturen sind im Vergleich zu der Zeit vor der Industrialisierung bereits um 1,0 °C gestiegen. Nimmt die globale Erwärmung mit der derzeitigen Geschwindigkeit weiter zu, ist ein Anstieg auf 1,5° Celsius wahrscheinlich zwischen 2030 bis 2052 zu erwarten. Bedrohungen für Natur und Mensch wären bei Eintreten dieses Anstiegs höher als heute, jedoch geringer, als bei einer globalen Erwärmung um 2° Celsius.

Die Durchschnittstemperaturen werden in den meisten Gebieten erhöht sein. Extremwetterereignisse wie Hitzeextreme, Dürren, Überflutungen und Starkniederschläge werden vermehrt auftreten. Der globale Meeresspiegel wird bis 2100 und weit darüber hinaus auch künftig ansteigen. Jedoch würde dieser Anstieg laut Klimaprojektionen um circa 0,1 Meter geringer ausfallen, als bei 2 °C.

Bedrohungen sowohl für terrestrische als auch für marine Biodiversität und Ökosysteme sowie Artenverlust werden erhöht, jedoch werden auch diese deutlich geringer sein, gegenüber 2 °C. Es kommt zu einer Zunahme an Gesundheitlichen Risiken, Gefährdungen der Nahrungs- und Wasserversorgung, der menschlichen Sicherheit und des Wirtschaftswachstums.

Die Eisschollen um die Pole werden einmal im Jahrhundert vollständig abtauen. Bei 2 °C würde dies einmal im Jahrzehnt geschehen. Ein Anstieg um 1,5 statt 2 °C würde außerdem ein Auftauen von circa 1,5 bis 2,5 Millionen Quadratkilometern Permafrostboden in den hochgelegenen Tundren und borealen Wäldern verhindern können.

Des Weiteren könnten Korallenriffe trotz Erwärmung des Ozeans und dessen Versauerung zumindest noch zu einem geringen Teil überleben.

Was wäre nötig, um die Ziele des Weltklimarates zu realisieren?

Es existiert eine Vielzahl an Möglichkeiten um die Risiken für natürliche und bewirtschaftete Ökosysteme zu reduzieren. Dazu zählen z.B. Vermeidung von Degradation, Entwaldung und Management der biologischen Vielfalt.

Um das Ziel, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, zu erreichen, müssten die globalen anthropogenen Netto-CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um circa 45% gegenüber den Werten aus 2010 sinken. Bis circa 2050 müsste dieser Wert Null betragen. Das bedeutet, das ab diesem Zeitpunkt, jegliche Art von Emissionen, die weiter in die Atmosphäre freigesetzt werden, unter CDR-Einsatz (carbon dioxide removal) wieder aus der Luft entfernt werden müssen. Möglichkeiten hierfür wären unter anderem z. B. Aufforstung, Wiederaufforstung und Renaturierung sowie verschiedene Geoengineering-Technologien (umstritten).

Bis 2050 müsste der weltweite Stromverbrauch zu 70 bis 85 % durch erneuerbare Energien abgedeckt werden. Die Nutzung von Kohle in Bezug auf die Stromversorgung muss möglichst schnell verringert und bis 2050 vollständig eingestellt werden.

Sollte an der jetzigen Situation nichts verändert werden, würde der Wert von 1,5 °C bereits zwischen 2030 und 2052 erreicht werden. Gegen Ende dieses Jahrhunderts, wäre somit ein Temperaturanstieg zwischen 2,6 bis 4 °C zu erwarten.

Quellen:
https://www.de-ipcc.de/media/content/Hauptaussagen_IPCC_SR15.pdf
http://report.ipcc.ch/sr15/pdf/sr15_spm_final.pdf
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimawandel-ipcc-bericht-zum-1-5-grad-ziel-vorgestellt-a-1231805.html
https://www.bento.de/nachhaltigkeit/weltklimabericht-erderwaermung-schlimmer-als-angenommen-a-77c596ce-b7e0-457a-a71d-3746e41af38a

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