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24.08.2017 - von Christian Lingnau
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Pl@ntNet: Pflanzen bestimmen per App

Keine Ahnung, was da am Wegesrand wächst? Mit Pl@ntNet für Android und iOS wird das Bestimmen von Bäumen, Sträuchern und Blumen zum Kinderspiel.

Früher brauchte man dicke Bücher mit komplizierten Bestimmungsschlüsseln. Heute geht das Bestimmen von Pflanzen auch per App. Aus der riesigen Auswahl bei Google Play und iTunes ist uns eine besonders positiv aufgefallen: Pl@ntNet. Die kostenlose und werbefreie App ist ein Projekt mehrerer Forschungseinrichtungen und basiert auf dem Gemeinschaftsgedanken: Nutzer können passende Fotos von Pflanzen hochladen, um so die Erkennungssoftware stetig zu verbessern. Für das Konzept gibt es schon mal volle Punktzahl, doch was taugt die App in der Praxis?

Region einstellen

Nach der Installation wählt man als Erstes unter Projekte als Region Westeuropa. Derzeit sind in der entsprechenden Datenbank immerhin 6.580 Arten und fast 420.000 Fotos gespeichert. Zum Testen haben wir auf einer Brache in Leipzig fotografiert. Hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, auf „exotischere“ Pflanzen zu stoßen.

Pflanzenteile fotografieren

Der Kamera-Button unten rechts ist selbsterklärend. Dabei hat man die Wahl, ein Foto zu machen oder ein auf dem Smartphone gespeichertes zu nehmen. Letzteres ist praktisch, wenn man kein Netz hat: Einfach fotografieren und später Zuhause bestimmen. In dem Fall ist es aber besser, die Fotos wie über die Kamera-App aufzunehmen. Pl@ntNet skaliert die Bilder nämlich automatisch runter. Dadurch schrumpft nicht nur die Dateigröße, sondern auch die Bildqualität.

Nachdem wir ein Bild aufgenommen (oder ausgewählt) haben, fragt die App um welches Pflanzenteil es sich handelt. Zur Auswahl stehen Blatt, Blüte, Frucht und Rinde. Um die Treffsicherheit zu erhöhen ist es empfehlenswert, sich immer auf ein Merkmal zu konzentrieren. Das schließt natürlich nicht aus, mehrere Fotos mit verschiedenen Schwerpunkten zu machen. Im Gegenteil: Wir haben unsere Pflanze nicht nur als Ganzes fotografiert, sondern auch Fotos nur mit Blättern und nur mit Blüten gemacht. So kann man später prüfen, ob die Ergebnisse übereinstimmen. Die Entwickler der App empfehlen, beim Fotografieren auf einen möglichst neutralen Hintergrund zu achten (z. B. Himmel).

Ergebnisse auswählen

Zum Schluss listet Pl@ntNet Arten auf, die der fotografierten Pflanze am ähnlichsten sind. In unserem Fall ist es das Drüsentragende Springkraut. Von allen Vorschlägen kommen die Fotos der anderen Nutzer von dieser Pflanze unserem Exemplar am nächsten. Über das i-Symbol können wir weitere Informationen abrufen, zum Beispiel den entsprechenden Wikipedia-Artikel. Wenn wir auf Bestätigen drücken, wird die Bestimmung unter Meine Beobachtungen gespeichert. Um die Fotos hochzuladen und damit allen Nutzern zur Verfügung zu stellen, muss man sich registrieren. Die Bestimmung wird anschließend geprüft und – wenn alles passt – freigegeben.

Fazit: Ausprobieren lohnt sich

Nie war es so einfach, auch weniger bekannte Arten auf die Schnelle zu bestimmen: fotografieren, aus einer Liste die passende Art wählen, fertig. Knifflig wird es nur, wenn sich Merkmale verschiedener Arten ähneln – zum Beispiel die Blätter von Robinie und Bastardindigo. Schließlich muss man selbst anhand der vorgeschlagenen Bilder und Beschreibungen entscheiden, um welche Pflanze es sich eher handeln könnte. Das ist natürlich kein Fehler der App, sondern üblich bei der Pflanzenbestimmung und auch zielführender, als der Software die Bestimmung komplett zu überlassen. Deshalb sollte man möglichst immer mehrere Merkmale nacheinander fotografieren. Und dann wird schnell klar, dass man Robinie und Bastardindigo sehr gut anhand der Blüten unterscheiden kann. :)

Wenn Euch die App ebenfalls gefällt, freuen sich die Entwickler bestimmt, wenn Ihr Eure Bilder dem Projekt zur Verfügung stellt oder etwas spendet.

Pl@ntNet

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1 Kommentar

  1. 123energie / 03.01.2018 13:01:09 Uhr

    Welch wunderbare App – wir kannten sie bis jetzt noch nicht! Wird aber sofort runtergeladen, jetzt muss nur noch der Frühling kommen und dann geht es raus in die Natur :)

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