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06.07.2017 - von Christian Lingnau
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Vom Klick zur Pflanzung

Online Bäume pflanzen ist einfach und praktisch. Wir zeigen Dir in diesem Beitrag, was dabei alles im Hintergrund passiert.

Mit einer Webseite allein pflanzt man keine Bäume. Die meiste Arbeit findet offline statt. Zusammengefasst sind es sechs Schritte, damit aus Deiner Spende eine Baumpflanzung wird (wir haben natürlich noch andere Aufgaben, aber das ist ein anderes Thema).

1. Fläche finden

Für jedes Projekt benötigen wir eine geeignete Fläche. Das heißt, sie sollte mindestens drei Hektar groß, an das Wegenetz angeschlossen sein und für Aufforstung bzw. Waldumbau in Frage kommen. Größere Flächen haben den Vorteil, dass wir mehr Bäume pflanzen können und dadurch bessere Konditionen für das Pflanzgut und die Pflanzung bekommen.

Angesichts der hohen Preise für Land suchen wir immer auch nach Alternativen zum Kauf. Manche Flächen pachten wir daher unbefristet (z. B. Wallendorf), bei anderen kooperieren wir mit kommunalen Forstbetrieben (Berliner Forsten, Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt). In beiden Fällen können wir sicher sein, dass die Bäume hier eine Zukunft haben.

Falls Du eine Fläche besitzt oder jemanden kennst, gib uns Bescheid. Wir freuen uns über faire Angebote oder eine Erbschaft. Bei uns ist das Land in guten Non-Profit-Händen. Und selbst wenn es unser Unternehmen irgendwann nicht mehr geben sollte, wird unser Eigentum satzungsgemäß an eine andere gemeinnützige Organisation übertragen.

2. Baumarten wählen, Genehmigung einholen

Sobald wir eine Fläche haben, stimmen wir uns mit der zuständigen Behörde ab. Die Förster vor Ort wissen am besten, welche Baumarten sich für den Standort eignen. Grundsätzlich kommen dabei nur heimische Arten in Frage. Weil uns die forstwirtschaftliche Nutzung egal sein kann, pflanzen wir auch wenig profitable, aber ökologisch hochwertige Baumarten wie Vogelbeere und Weißdorne. Anschließend wird der Aufforstungsantrag gestellt (und hoffentlich genehmigt).

3. Förderungen und Kalkulation

Im nächsten Schritt versuchen wir, für das Projekt Drittmittel zu akquirieren. Dazu gehören öffentliche und private Förderprogramme, Ausschreibungen und Preise. Damit lassen sich baumunabhängige Kosten wie Zäune, Personal und Pflege zumindest teilweise decken. Andernfalls müssten wir alles über die Baumspenden finanzieren.

Ein Beispiel: Die Deutsche Postcode Lotterie fördert das anstehende Projekt Wallendorf III mit 10.000 Euro. Auf diese Weise ist schon mal die langjährige Pflege finanziert. Wir können die Bäume deshalb günstig anbieten und hoffentlich schon bald mit der Aufforstung loslegen.

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Demnächst online: Wallendorf III

4. Projekt online stellen

Nach der Kalkulation wird das Projekt auf der Webseite veröffentlicht. Dazu gehören die Projektbeschreibung, Fotos, Baumarten, Stückzahlen und Baumpreise. Spenden kann man derzeit per SEPA-Lastschrift und Kreditkarte. Die Spenden gehen auf unser Konto bei der Bank für Sozialwirtschaft. Wir prüfen jeden Eingang und bestätigen per Software die Spende, was wiederum Voraussetzung für die Spendenquittung ist.

5. Pflanzen, Zaun setzen

Wenn alle Bäume online gespendet sind, beginnt die Phase der Pflanzung. Mit dem Forstdienstleister wurde das Vorgehen im Vorfeld besprochen. Jetzt geht es darum, den richtigen Zeitpunkt für die Pflanzung zu finden. Je nach Baumart liegt der im Frühjahr oder nach dem ersten Frost. Es darf keinen Bodenfrost geben, nicht zu heiß oder zu trocken sein. Erst wird der Zaun gebaut, damit Wildtiere die Bäume nicht gleich wieder auffressen. Dann kommen pro Hektar mehrere Tausend Jungpflanzen in den Boden. Buchen beispielsweise sind bei der Pflanzung zwei Jahre alt und 20-50 cm groß.

6. Dokumentieren und pflegen

Mit der Pflanzung ist die Arbeit aber noch lange nicht beendet. Wir machen in Abständen Fotos und beschreiben die Entwicklung auf den Flächen. Diese Updates werden in den Dokumentationen auf der Webseite veröffentlicht, auf Facebook/Twitter gepostet und per Newsletter verschickt.

Manche Projekte werden außerdem jahrelang gepflegt: In Wallendorf mähen wir Gras, in Berlin-Mittelheide bekämpfen wir die Spätblühende Traubenkirsche und in Nietleben entfernen wir Brombeeren. Nur so bekommen die kleinen Bäume genug Licht, bis sie groß genug sind um sich selbst durchzusetzen.

Planung vs. natürliches Chaos

Die sechs Schritte laufen nicht immer so und in dieser Reihenfolge ab. Zumal die Natur manchmal für Überraschungen sorgt: In Rübeland etwa gab es hohe Ausfälle durch Mäusefraß (Winter 2010/11) und in Friedrichshagen II ist die Hälfte der Buchen vertrocknet (Sommer 2014). In beiden Fällen mussten wir nachpflanzen. Doch dank der Unterstützung unserer Spender hat auch das geklappt.

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