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25.10.2016 - von Christian Lingnau

Jahresabschluss 2015

Das Jahr 2015 war für die Wald 1.1 gGmbH das siebte operative Jahr des Unternehmens.

Wir hatten Einnahmen von insgesamt 115.000 Euro. Davon kamen allein 20.000 Euro als (zweckungebundene) Spende unseres Sponsors DOMO Chemicals. Die übrigen Einnahmen erzielten wir durch Baumspenden über unsere Webseite und Baumservice-Dienstleistungen. Demgegenüber standen Ausgaben in Höhe von 74.000 Euro. Dies ergibt einen Überschuss von 41.000 Euro, der durch die laufenden Abschreibungen über mehrere Jahre tatsächlich geringer ausfällt. Der Überschuss ist u. a. für den Kauf eines Traktors, eines PKW und die Vorbereitung der Projektfläche Kobschütz im Jahr 2016 einkalkuliert.

Aufwendungen

  • Wir haben eine Teilzeit-Stelle für Projektmanagement/Büro und eine Vollzeit-Stelle für die Flächen- und Baumpflege geschaffen. Außerdem absolviert ein junger Freiwilliger sein FSJ digital bei uns. Dies kostet uns ab September ca. 450 Euro im Monat zusätzlich. Der Freiwillige wird bis zum August 2016 bei uns sein. Insgesamt stiegen die Personalkosten auf 36.000 Euro.
  • Wir hatten Abschreibungen in Höhe von rund 7.400 Euro. Diese resultieren vor allem aus Kosten für den Zaunbau auf mehreren Flächen (insbesondere Wallendorf), die über die Nutzungsdauer (5 Jahre) abgeschrieben werden.
  • Für die Baumservice-Dienstleistungen haben wir einen Pflanzbohrer, zwei Kettensägen und Kletterausrüstung im Gesamtwert von 5.000 Euro gekauft. Erforderlich waren außerdem Fortbildungen im Bereich Arbeitssicherheit und Seilklettertechnik (insgesamt 3.300 Euro).
  • Der Kauf und Betrieb eines gebrauchten VW Caddy für den Transport von Personal und Werkzeug hat 4.200 Euro gekostet.
  • Aufgrund extremer Trockenheit mussten in Berlin-Friedrichshagen II 8.000 Rotbuchen nachgepflanzt werden (2.000 Euro).
  • Für die Unkrautbekämpfung (per Freischneider) in Wallendorf haben wir im einen Forstdienstleister beauftragt (1.400 Euro). Aus Kostengründen haben wir anschließend tageweise einen kleinen Traktor gemietet und die Pflege selbst übernommen. Dies haben wir auch zur Qualitätssicherung gemacht, weil die eigenen Mitarbeiter motivierter sind und mehr darauf achten, dass keine Setzlinge beschädigt werden. Zukünftig werden wir daher weniger Kosten für Fremddienstleistungen auf den Flächen und höhere Personalkosten haben.
  • Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten u. a. Miete und Nebenkosten (Büro), Hosting der Webseite, Werkzeug, Büromaterial (zusätzlicher Arbeitsplatz, neuer Computer), Kosten für Geldverkehr und Steuerberater.

Arbeitsschwerpunkte

  • Flächenakquise: Die neue Projektfläche Kobschütz südlich von Leipzig ist insgesamt 68 Hektar groß. Wir haben das Areal kostenlos bekommen und übernehmen im Gegenzug eine Aufforstungsverpflichtung über 20 Hektar des bisherigen Besitzers. So bekommen wir für eine angemessene Gegenleistung die bisher größte Fläche in den Bestand an gemeinnützigen Flächen. Schrittweise werden hier 136.000 Bäume auf 20 Hektar gepflanzt.
  • Pflege in Wallendorf: Der Oberboden der ehemaligen Deponie enthält viel Stickstoff, was eine raschwüchsige Bodenvegetation zur Folge hat. Damit die gepflanzten Bäume genug Licht, Platz und Wasser bekommen, mussten wir Sommer permanent mit Sense, Freischneider und Traktor arbeiten.
  • Crowdfunding: Um für die Pflege nicht weiterhin Dienstleister beauftragen oder Geräte mieten zu müssen, haben wir eine Crowdfunding-Kampagne für einen kleinen Traktor gestartet. Wenn wir die Arbeiten selbst erledigen, sparen wir langfristig Geld, das wir in neue Projekte und Bäume investieren können.
  • Baumservice: Wir haben uns überlegt, wie wir unsere Erfahrung mit Bäumen und das vorhandene Werkzeug so einsetzen können, dass wir zusätzliche Einnahmen generieren. Im Winter werden wir uns auf Stadt- und Gartenbäume konzentrieren und während der Vegetationsperiode auf die Aufforstungsflächen. So sind wir über das ganze Jahr ausgelastet und haben die Möglichkeit, einen Arbeitsplatz zu finanzieren. Ende 2015 gab es den ersten (großen) Auftrag bei einem privaten Kunden.
  • Freiwilligen-Einsätze: Im Juni waren wir gemeinsam mit Helfern auf zwei Projektflächen. In Nietleben haben wir mit tatkräftiger Unterstützung des Nietlebener Heimatvereins Brombeere und Unkraut beseitigt, damit sich die gepflanzten Eichen entwickeln können. In Berlin-Friedrichshagen I sind wir wieder gegen die Spätblühende Traubenkirsche vorgegangen. Die jahrelange manuelle Bekämpfung zeigt inzwischen Wirkung: Der Neophyt hat an Vitalität verloren, während die Buchen langsam aber sicher an Höhe gewinnen.
  • Aktualisierung von Inhalten: Wir haben viele Texte der Webseite überarbeitet. So wurden die Wissensbasis aufgeräumt, die FAQs neu geschrieben, der Bereich „Sponsoren & Partner“ hinzugefügt und die Selbstdarstellung („über uns“) zusammengefasst.

Administrative Tätigkeiten

  • Blog / Social Media
  • Spenderkommunikation
  • Buchhaltung

Pläne für 2016

  • Relaunch der Webseite: Nachdem das grobe Konzept für die neue Webseite steht, werden wir einen Grafiker mit dem Layout und einen Entwickler für die technische Umsetzung beauftragen. Letzteres ist eine Herausforderung, da erfahrene Programmierer teuer sind.
  • Kauf eines Traktors: Im Frühjahr werden wir einen Kubota B2420 samt Mulcher kaufen. Der Traktor passt mit einem Meter Breite genau zwischen die Pflanzreihen. Mit der Crowdfunding-Kampagne können wir max. 6.000 Euro (Spendenziel) der benötigten 12.000 Euro aufbringen. Der Rest wird über den Überschuss aus 2015 finanziert.
  • Projekt Kobschütz: Die Fläche ist zum großen Teil mit hohem Sanddorn überwuchert. Um hier 136.000 Bäume pflanzen zu können, muss zunächst großflächig Platz geschaffen werden. Dazu werden wir im Herbst 2016 mit einem gemieteten Forstmulcher auf der Fläche arbeiten. Die Finanzierung dieses enormen und schwer kalkulierbaren Aufwands ist durch den Überschuss aus dem Jahr 2015 gesichert.
  • Baumservice: Eine wichtige Aufgabe besteht in der Akquise neuer Aufträge. Wir wollen unseren Baumservice als professionellen Dienstleister für die professionelle Baum- und Landschaftspflege in Halle (Saale) und Umgebung etablieren. Mit den Einnahmen unterstützen wir unsere gemeinnützige Arbeit und können einen Teil der Personalkosten decken.
  • Anschaffung eines PKW: Für die Arbeiten auf den Flächen und Baumservice-Dienstleistungen benötigen wir ein weiteres Fahrzeug. Nur so können wir Material, Anhänger und Traktor zu Flächen und Kunden transportieren. Mit den Überschüssen des Vorjahres werden wir einen Gebrauchtwagen kaufen.

Zum Jahresende 2015 waren 3.715 Privatpersonen, Firmen, Schulen und Nichtregierungsorganisationen registriert (+734 gegenüber 2014). Im Jahresverlauf wurden 30.000 zusätzliche und damit insgesamt 191.063 Bäume gepflanzt.

Gewinn- und Verlustrechnung

 1. Umsatzerlöse  31.068,93
 2. Gesamtleistung  31.068,93
 3. Sonstige betriebliche Erträge  
 sonstige Erträge im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit  83.980,08
 4. Materialaufwand  
 Aufwendungen für bezogene Leistungen  7.656,26
 5. Personalaufwand  
  a) Löhne und Gehälter  30.113,65
  b) soziale Abgaben und Aufwendungen für
  Altersversorgung und für Unterstützung
 5.440,74
 6. Abschreibungen  
 auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
 und Sachanlagen
 7.392,51
 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen  
 ordentliche betriebliche Aufwendungen  
  a) Raumkosten  2.555,16
  b) Versicherungen, Beiträge, Abgaben  600,28
  c) Reparaturen und Instandhaltungen  548,09
  d) Fahrzeugkosten  4.205,75
  e) Werbe- und Reisekosten  2.990,18
  f) verschiedene betriebliche Kosten  12.021,39
 8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
 38,89
 9. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 41.563,89
10. sonstige Steuern 179,00

11. Jahresüberschuss

41.384,89

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