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03.07.2015 - von Christian Lingnau
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Wie Bäume auf Hitze und Trockenheit reagieren

Hohe Temperaturen und wenig Niederschlag machen dem Wald zu schaffen. Wie gehen Bäume mit der Situation um?

Wie alle Pflanzen brauchen Bäume Wasser, um Nährstoffe von der Wurzel zu den Blättern zu transportieren. Bei der Transpiration hat Wasser eine kühlende Wirkung, indem es über die regulierbaren Spaltöffnungen („Stomata“) und die übrige Außenhaut verdunstet. Die Stomata spielen darüber hinaus eine zentrale Rolle bei der Photosynthese, weil hierüber Kohlenstoffdioxid aufgenommen und Sauerstoff abgegeben wird. In Verbindung mit Sonnenlicht werden so die benötigten Kohlenhydrate aufgebaut.

Verhungern oder verdursten?

Bekommt ein Baum zu wenig Wasser, lässt sein Zell- bzw. Wasserdruck nach. Das kann man daran erkennen, dass er die Blätter hängen lässt. Um eine weitere Austrocknung zu verhindern, schließt er teilweise die Stomata. Das Problem dabei: zwar verliert der Baum weniger Wasser durch Transpiration, allerdings ist aufgrund des CO2-Mangels die Photosynthese gehemmt. Bei längerer Wasserknappheit können Bäume also verdursten oder verhungern.

Eine weitere Reaktion auf Trockenheit ist verändertes Wachstum. Der beschränkte Biomasse-Zuwachs wird in neue Wurzeln investiert, um die Wasseraufnahme zu erhöhen. Das kann sich auch langfristig lohnen, um Trockenperioden in Folgejahren zu überstehen.

Ist das Wetter jedoch anhaltend heiß und trocken, kommt es zum Blattabwurf. Der Baum steht dann schon so unter Stress, dass er geschwächt und anfälliger ist für Schadinsekten (Borkenkäfer-Kalamitäten gehen häufig Trockenphasen voraus). Manche Baumarten leiden zudem unter Verschlüssen der Wasserleitbahnen: die Saugspannung in den wasserleitenden Systemen ist so hoch, dass Luft eindringt, die den Transport von Wasser und Nährstoffen blockiert. Betroffene Bäume können dadurch absterben.

Naturnahe Wälder sind widerstandsfähiger

Bäume haben komplexe Strategien, um extreme Bedingungen tolerieren zu können. Mit dem Klimawandel nehmen heiße sowie trockene Phasen jedoch zu und Bäume können nicht im großen Stil gewässert werden. Um die Wälder darauf vorzubereiten, müssen die Bestände mit unterschiedlichen standortgerechten Baumarten bestockt werden. In naturnahen Mischwäldern sind die Risiken durch Trockenheit und potenzielle Schädlinge geringer. Gut, dass viele Forsten mit dem Waldumbau begonnen haben.

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