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08.05.2015 - von Christian Lingnau
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Reststoffe der Zuckerrübe zur Produktion von Biogas bei Polarstern

Wenn die Heizung das Klima schont

Klimaschutz ist mehr als Ökostrom. Energie ohne Öl und Kohle gibt es auch für die Heizung.

Im vergangenen Herbst hat Ökostrom erstmals die Braunkohle als wichtigste Energiequelle abgelöst. Das ist gut so. Allerdings verbrauchen Privathaushalte bis zu 90 Prozent der Gesamtenergie fürs Heizen und Warmwasser. Und gerade hier ist die Energiewende noch gar nicht angekommen: 49 Prozent der deutschen Wohnungen werden mit Erdgas und 27 Prozent mit Heizöl beheizt. Um also wirklich etwas zu bewegen, müssen wir beim Heizen nach Alternativen suchen.

100 Prozent erneuerbar ist realistisch

Ein Glück gibt es die bereits. Einer Studie vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme zufolge lassen sich Strom und Wärme in Deutschland zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien erzeugen. Die Wärmenetze werden dabei immer wichtiger. Die Stadt München zeigt, wie das funktioniert: Fast 200.000 Haushalte werden hier bereits mit Fernwärme versorgt. Das ist Abwärme, die früher einfach in die Umgebung abgegeben wurde.

Fernwärme kann außerdem helfen, das Stromnetz zu stabilisieren. Weil es in Norddeutschland an manchen Tagen zu viel Wind gibt, haben die Stadtwerke Flensburg aus der Not eine Tugend gemacht: Bei stürmischem Wetter wird der überschüssige Strom genutzt, um einen riesigen Wasserspeicher aufzuheizen. Das Warmwasser wird anschließend über das Wärmenetz in die Haushalte transportiert.

Doch nicht überall ist Fernwärme möglich. Viele Hauseigentümer setzen deshalb auf Solarthermie. Wenn die Sonne scheint, erhitzen Kollektoren auf dem Dach Wasser, das sich dann zum Duschen verwenden lässt. Bei guter Dämmung können Verbraucher damit teilweise auch die Heizung betreiben. In modernen Solaraktivhäusern heizt die Sommersonne sogar im Winter. Das funktioniert aber nur bei durchgehender Fußbodenheizung und niedriger Heizungstemperatur.

Echtes Biogas statt Klimagas

Und was können Mieter tun, um klimaschonendend zu heizen? Wenn eine neue Heizungsanlage für den Vermieter nicht in Frage kommt und mit Gas geheizt wird, bleibt immer noch der Gasanbieterwechsel. Hier sollte man auf das Kleingedruckte achten: Sogenanntes Klimagas ist nichts anderes als Erdgas, dessen CO2-Bilanz durch die Förderung von Aufforstungsprojekten oder den Kauf von Zertifikaten verbessert wurde. Die meisten Anbieter verkaufen ein Mischgas, welches aus Biogas und Erdgas besteht. Gut, dass es Ausnahmen gibt: Das Biogas von Polarstern etwa wird ausschließlich aus organischen Reststoffen erzeugt, die bei der Zuckerrüberverarbeitung anfallen. Richtiges Biogas gibt es auch bei Greenpeace Energy und Naturstrom.

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