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22.09.2014 - von Christian Lingnau

Pedelecs haben positive Umweltwirkung

Das Umweltbundesamt (UBA) hat in einer aktuellen Studie die Potenziale und Auswirkungen von Elektro-Fahrrädern – sogenannten „Pedelecs“ – untersucht. Das Ergebnis fällt überraschend positiv aus.

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In der Untersuchung „E-Rad macht mobil. Potenziale von Pedelecs und deren Umweltwirkung“ schreiben die Autoren, dass ein Pedelec die Umwelt zwar stärker belastet als ein konventionelles Fahrrad. Doch weil das Pedelec ein Großteil der PKW-Fahrten ersetzen kann, überwiegen die Umweltvorteile am Ende deutlich. Jedoch gäbe es derzeit zu wenig geeignete Radwege und Stellplätze.

Auf Strecken bis fünf Kilometer sind Fahrräder statistisch die schnellsten Verkehrsmittel. Laut UBA liegen drei Viertel aller zurückgelegten Wege im Bereich von bis zu zehn Kilometern. Dennoch steigen die meisten Menschen immer noch ins Auto, um zur Arbeit zu kommen. Allein in Berlin sind rund 1,15 Millionen PKW angemeldet.

Nun könnten die anfangs noch belächelten E-Räder zu einer ernsthaften Alternative zum Auto werden. Durch ihren elektrischen Antrieb sind Pedelecs im Nahverkehr die schnellsten Verkehrsmittel. Berufspendler kommen schneller zum Ziel, die lästige Parkplatz-Suche entfällt. Und schließlich sind Pedelecs teurer als herkömmliche Fahrräder, aber wesentlich günstiger als Autos.

PKW sind denn auch der eigentliche Benchmark. So haben die Autoren ausgerechnet, dass die Kraftstoffkosten gegenüber Benzinern pro 100 Kilometer um den Faktor 47 niedriger sind. Und das wirkt sich auf die Öko-Bilanz aus: Bereits nach 100 eingesparten PKW-Kilometern sind die bei Herstellung und Entsorgung des Akkus anfallenden CO2-Emissionen neutralisiert. „Die relativ geringen negativen Umwelteffekte der Pedelecs werden deutlich aufgewogen, wenn Pkw-Fahrten durch Pedelecfahrten ersetzt werden“, lautet die Schlussfolgerung.

Ob sich die Elektro-Fahrräder durchsetzen, hängt vor allem vom Ausbau der Infrastruktur ab. Während Radschnellwege in den Niederlanden und in Dänemark längst zum Alltag gehören, sind in Deutschland bislang nur vereinzelt Strecken geplant (zum Beispiel im Rhein-Main-Gebiet und im Ruhrgebiet). Weil Pedelecs vergleichsweise teuer sind, sollten Städte und Kommunen außerdem sichere Stellplätze zur Verfügung stellen.

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1 Kommentar

  1. 123energie / 14.04.2015 12:47:11 Uhr

    Wir haben die E-Drahtesel mal verglichen. Da ist für jeden ein Bike dabei - gemütliche Radler ebenso wie jene, die nicht gegen ein wenig Tempo haben: http://blog.123energie.de/strombetrieben-e-bikes-im-vergleich/

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