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31.03.2013 - von Christian Lingnau

Berliner wollen Stromnetz zurückkaufen

Der Berliner Energietisch sammelt Unterschriften für eine Rekommunalisierung, die Genossenschaft BürgerEnergie Berlin Geld um das Berliner Stromnetz direkt zu kaufen. Gemeinsam ist beiden das Ziel einer ökologischen und demokratischen Energiewirtschaft.
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Erneuerbare Energien gehören nicht zum Kerngeschäft von Vattenfall. Der schwedische Energiekonzern Vattenfall betreibt neben dem Berliner Stromnetz Kohle- und Atomkraftwerke sowie mehrere Braunkohle-Tagebaue in Brandenburg und Sachsen. Die angekündigte Klage vor dem internationalen Schiedsgericht in Washington gegen den Atomausstieg spricht für sich.

Doch der Konzessionsvertrag zwischen Vattenfall und dem Land Berlin läuft Ende 2014 aus. Weil der Vorschlag von SPD und CDU keine sozialen Kriterien und nur schwache demokratische Mitbestimmungsmöglichkeiten vorsieht, hat die Bürgerinitiative Berliner Energietisch ein eigenes Gesetz zur Rekommunalisierung entworfen. Demnach soll das Stromnetz einem neuen Stadtwerk übertragen und so umgebaut werden, dass die Hauptstadt künftig komplett mit Ökostrom versorgt werden kann. Für einen Volksentscheid zur Bundestagswahl benötigt die Initiative bis zum 10. Juni 200.000 Unterschriften.

BürgerEnergie Berlin streitet ebenfalls für ein Stromnetz in Bürgerhand. Allerdings will die Genossenschaft die Infrastruktur direkt kaufen und über ein eigenes Unternehmen selbst betreiben. Bereits ab 500 Euro können sich sowohl Berliner als auch Nicht-Berliner beteiligen und von den Gewinnausschüttungen profitieren. Derzeit gesteht die Bundesnetzagentur den Verteilnetzbetreibern im Durchschnitt eine Eigenkapitalrendite von immerhin sechs bis neun Prozent zu. Sollte der Netzkauf nicht zustande kommen, werden die auf das Treuhandkonto eingezahlten Beträge zurückgezahlt.

Schon einmal haben Bürger ein Stromnetz gekauft um die Abhängigkeit von einem großen Energieversorger zu beenden: Seit 1997 betreibt die Genossenschaft Elektrizitätswerke Schönau (EWS) das Ortsnetz der Stadt Schönau im Schwarzwald. Damit sich die schwäbische Erfolgsgeschichte in Berlin wiederholt, sitzt EWS-Vorstand Michael Sladek im Aufsichtsrat von BürgerEnergie Berlin.

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