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10.01.2013 - von Knallerbse

Ölsand - Fluch oder Segen?

Kanada ist nach Saudi-Arabien das Land mit den weltweit größten Ölreserven. Die energieintensive Förderung des wertvollen Rohstoffs entwickelt sich mittlerweile jedoch zu einer kaum mehr beherrschbaren Umweltkatastrophe.
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© Fort McMurray, Alberta - Operation Arctic Shadow von kris krüg [ CC BY-NC-SA 2.0 ]

Bis vor einigen Jahren war der Abbau von kanadischem Ölsand wirtschaftlich uninteressant, weil das Abpumpen arabischer Ölquellen wesentlich lukrativer war. Erst durch den anhaltend hohen Ölpreis und aufgrund der steigenden Zahl versiegender Ölquellen, wurde die Region rund um die kanadische Provinz Alberta als Förderstandort interessant. Mittlerweile werden ganze Landstriche, die vormals unberührte Natur waren, von riesigen Industrieanlagen überzogen.

Auf einer Fläche doppelt so groß wie Bayern lagern insgesamt 175 Milliarden Barrel „schwarzes Gold“. Die Vorkommen befinden sich nicht unmittelbar an der Erdoberfläche, sondern beginnen erst in einer Tiefe von rund 30 Metern. Damit Tagebaubagger die Ölsandschichten abtragen können, wurden bisher Waldflächen der Größe Englands gerodet. Der Ölgehalt in der abgebauten Mischung aus wasserhaltigem Ton und Sand beträgt selten mehr als zehn Prozent. Durch Extraktion entstehen aus zwei Tonnen Sand ein Barrel oder 159 Liter Rohöl. Gleichzeitig werden drei bis sechs Barrel Wasser und bis zu einem Drittel der Energie verbraucht, die das Endprodukt liefert.

Bei der Produktion entstehende hochgiftige Flüssigkeiten wie zum Beispiel Cadmium, Arsen oder Quecksilber werden in künstlich angelegten Seen aufgefangen. Der Syncrude Mildred Lake in Alberta ist ebenfalls künstlich angelegt und als weltweit größter Giftsee gleichzeitig eine enorme Bedrohung für Mensch und Tier. Zum einen verenden Vögel auf der öligen Wasseroberfläche und zum anderen sickern tagtäglich Millionen Liter des giftigen Seewassers ins Grundwasser und in die angrenzenden Flüsse wie dem Athabasca River. Eine erhöhte Rate an Krebserkrankungen der Bewohner umliegender Dörfer führen Wissenschaftler auf den Konsum verseuchter Fische zurück, welche im Athabasca gefangen wurden. Laut Internationaler Energieagentur wird Kanada im Jahr 2015 unter anderem in Folge des Ölsandabbaus den höchsten CO2 Ausstoß pro Kopf der Welt haben.

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