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16.11.2012 - von Knallerbse

Stell dir vor, dein Klo ist weg!

Es gibt den Internationalen Tag des Baumes (25. April), den Internationalen Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt (22. Mai) und es gibt den Welttoilettentag (19. November).
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© Toilette von Axel Drainville [ CC BY-NC-SA 2.0 ]
Das klingt erst einmal lustig, hat jedoch einen durchaus ernsten Hintergrund, denn derzeit leben ca. 40% der Weltbevölkerung ohne sanitäre Grundversorgung. Dies hat zur Folge, dass jährlich mindestens 1,5 Millionen Menschen, die meisten davon Kinder unter 5 Jahren, an Durchfallerkrankungen sterben. 2001 hat Unternehmer Jack Sim die Welttoilettenorganisation (WTO) gegründet, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen. In Anbetracht der Tatsache, dass Durchfallerkrankungen bis heute die zweithäufigste Ursache der allgemeinen Kindersterblichkeit sind, sei ein Klo die billigste medizinische Vorsorge, so Sim.

Die Lage ist jedoch alles andere als aussichtslos: um die Zahl der Menschen, die ohne sanitäre Grundversorgung leben, bis 2015 zu halbieren, sind geschätzte 9,5 Milliarden Dollar nötig, was gerade einmal einem Prozent der jährlich weltweit getätigten Militärausgaben entspricht. Dadurch könnten tödlich verlaufenden Durchfallerkrankungen deutlich reduziert werden. Schüler könnten weltweit 194 Millionen Schultage mehr als im Jahr 2000 absolvieren, was wiederum soziale Entwicklung induziert. Außerdem schützt ein nachhaltiger Umgang mit menschlichen Exkrementen sowohl Ökosysteme als auch Trinkwasserressourcen und ist gleichzeitig eine wirtschaftliche Investition, die langfristig das Gesundheitssystem und Betroffene entlastet und so zum Wachstum des Weltbruttosozialproduktes beiträgt.

Die Deutschen sind bei all dem kein gutes Vorbild. Durchschnittlich 6 Liter kostbares Trinkwasser rauschen in Zeiten anhaltender Dürreperioden und weltweiten Wassermangels pro Toilettengang durch den Spülkasten. Dabei verbraucht jeder einzelne ca. einen Kilometer Toilettenpapier im Jahr, wobei die Mehrheit nach wie vor kein recyceltes Toilettenpapier verwendet. Ein Versuch wäre es jedoch wert, beim nächsten Einkauf statt auf Zimtgeruch und weihnachtliche Motive mal auf den Blauen Engel Wert zu legen.

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