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06.11.2012 - von Knallerbse

Schön oder gefährlich?

Sie haben so unschuldig klingende Namen wie Kanadische Goldrute oder Götterbaum. Dahinter verbergen sich jedoch gebietsfremde Pflanzenarten, die der heimischen Flora durchaus gefährlich werden können.
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© Götterbaum von Roberto Verzo [ CC BY 2.0 ]

Die Rede ist von Neophyten, nichteinheimischen Pflanzen, die nach 1492 und im Zuge der Entdeckung der Neuen Welt erstmals nach Europa gelangten. Gemeinsam mit den Neozoen, nichteinheimischen Tierarten, bilden sie die Neobiota. Es gibt noch mehr Fachbegriffe, die im Zusammenhang mit Neobiota und zum besseren Verständnis geklärt werden müssen. Als Archäophyten bezeichnet man alle Pflanzenarten, die bereits zu früheren Zeiten (z.B. durch den Handel der Römer) unter direktem oder indirektem menschlichen Einfluss in ein neues Gebiet gelangten. Konnten sie sich dort ohne fremde Hilfe etablieren, zählen sie zu den Agriophyten. Unter besonderer Beobachtung stehen Neophyten dann, wenn sie invasiv wachsen und damit für natürlich vorkommende Ökosysteme oder Biotope unerwünschte Auswirkungen haben können.

In Deutschland gibt es mittlerweile tausende Neophyten und Neozoen. Zum ökologischen Problem sind einige von ihnen geworden, weil sie aufgrund erfolgreicher Vermehrungs- und Verbreitungsstrategien dominante Bestände ausbilden konnten. (vgl. Traubenkirsche auf der IPlantATree-Projektfläche in Berlin-Friedrichshagen) Sie gelten deshalb auch weltweit als die zweitgrößte Gefährdung der Biologischen Vielfalt. Hinzu kommt, dass wenige invasive Neophyten direkte Folgen auf den Menschen haben können. So kann der Saft des Kaukasischen Bärenklaus zu Verbrennungen führen, während die Pollen der Beifußambrosie, eine allergene Pflanze aus Nordamerika, gar Asthma auslösen kann.

Die Meinung der Naturschützer bezüglich Neophyten und Neozoen gehen wie so oft auseinander. Für die einen stellen Neobiota eine Gefährdung der heimischen Biodiversität dar, für die anderen sind die neuen Arten eine Bereicherung der heimischen Natur, in der noch genug Nischen vorhanden sind. Um in diese Diskussion mehr Substanz zu bringen wurde 2010 die Koordinationsstelle invasive Neophyten in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts, kurz KORINA, gegründet. KORINA arbeitet daran, Informationen über Neophyten zusammenzustellen und weiterzugeben, die Situation in Sachsen-Anhalt zu untersuchen und ein Netzwerk von Akteuren zu betreuen. Jetzt ist es möglich auf der Internetseite Informationen zu den Arten, deren Bewertung und möglichen Kontrollmaßnahmen zu erhalten.

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