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15.10.2012 - von Knallerbse

Recht auf Nahrung

Am 16. Oktober ist wieder Welternährungstag. Doch was will man feiern, wenn immer noch mehr als 15% der Weltbevölkerung hungern?
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© Campo de Soja von Jefferson Bernardes [ CC BY-NC-SA 2.0 ]

1948 verfassten die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Darin legten Sie fest, dass jedes Individuum vor Hunger geschützt werden muss. 64 Jahre später leiden noch immer rund 820 Millionen Menschen an Unterernährung. Die Ursachen dafür sind vielschichtig.

Ein Grund liegt in nach wie vor steigenden Preisen für Getreide wie zum Beispiel Mais oder Soja. In diesem Jahr wurden erneut Rekordhöhen erreicht, weil Lebensmittelpflanzen in immer größerem Ausmaß angebaut werden. Diese werden dann unter anderem zur Produktion von Biogas und Biotreibstoff, hierzulande auch als E10 bekannt, verwendet. Die Anbauflächen in der EU reichen schon lange nicht mehr aus. Und so werden weltweit in dramatischen Dimensionen Regenwälder abgeholzt, um weitere Flächen zu schaffen.  Bedenkt man, dass mittlerweile sogar von der EU Kommission in Auftrag gegebene Studien belegen, dass Agrosprit schädlicher als der bisher genutzte Kraftstoff ist, erscheinen die ebenfalls von der EU vorgegebenen Beimischungspflichten (die Erneuerbare Energien Richtlinie schreibt bis 2020 einen Agrospritanteil an Super- und Dieselkraftstoffen von 10% vor) umso fataler.

Ein weiterer Grund ist im stetig wachsenden Fleischkonsum zu sehen. Die in Europa angebauten Pflanzen decken ebenfalls lange nicht mehr den zur Mast benötigten Futterbedarf. Also weicht man auch hier auf Flächen in Brasilien oder Argentinien aus, was dazu führt, dass den Bauern im Endeffekt selbst das Land fehlt, um sich ernähren zu können. Hinzu kommt, dass massiver Einsatz von Pestiziden nicht nur Böden und Gewässer vergiftet, sondern auch die Gesundheit der lokalen Bevölkerung schädigt.

Für alle, die noch nach einem Gesprächsthema für die nächste Mittagspause suchen, ein letzter Gedanke: In Deutschland werden jährlich mehr als 11 Millionen Tonnen Lebensmittel unnötiger Weise vernichtet und gleichzeitig landet Getreide anstatt in den Mägen hungernder Bevölkerungsmassen in den Tanks europäischer Autos.

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