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18.07.2012 - von Christian Lingnau

Der Strompreis und der Wähler

In der Regierung wachsen die Zweifel, ob der vorgesehene Atomausstieg bis 2022 realistisch ist. Hohe Strompreise könnten im kommenden Jahr die Bundestagswahlen beeinflussen.
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Foto: Strommast von onnola [ CC BY-SA 2.0 ]

Die Diskussion um die sogenannte Energiewende geht weiter. Bundesumweltminister Peter Altmaier hatte zuletzt die Erreichbarkeit zentraler Ziele der Energiewende angezweifelt. Dazu gehört etwa der Plan, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, gleichzeitig den Stromverbrauch um zehn Prozent zu reduzieren und den Anteil der erneuerbaren Energien auf 35 Prozent zu erhöhen. „Wenn wir das noch irgendwie schaffen wollen, dann bedarf das riesiger Anstrengungen“, so der Minister.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler teilt diese Sorgen und warnt vor steigenden Stromkosten. Würden die Subventionen für regenerativen Energien Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze gefährden, müssten diese „grundlegend“ reformiert werden. Laut Arnold Vaatz, dem stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, werden die Strompreise in kommenden Jahren gar um bis zu 50 Prozent steigen.

Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme hingegen betont, dass der Strompreis auch ohne Energiewende seit Jahren steigt. Verantwortlich seien die laufende Modernisierung der veralteten Netzinfrastruktur sowie steigende Preise für fossile Energieträger. Zugleich würden sowohl die Anlagen zur Produktion als auch der Ökostrom selbst immer billiger. „Das bedeutet: Je schneller die Erneuerbaren ausgebaut werden, umso früher macht sich ihr preisdämpfender Effekt bemerkbar.“

Der durchschnittliche Strompreis in Deutschland liegt heute bei 23 Cent pro Kilowattstunde. Davon fließen gerade einmal 3,6 Cent in den Ausbau der Erneuerbaren. Zudem ist der Stromverbrauch pro Kopf seit 2007 rückläufig. Die medienwirksamen Warnungen vor einer Kostenexplosion dürften somit vor allem politisch motiviert sein.

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