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10.07.2012 - von Christian Lingnau

Fressen Wale zu viel Fisch?

Südkorea will nach japanischem Vorbild „wissenschaftlichen Walfang“ betreiben. Begründung: die sich erholenden Walbestände fressen den Fischern den Fang weg.
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Foto: Whales von kohane [ CC BY 2.0 ]

Auf der 64. Jahreskonferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) sorgte das Vorhaben Südkoreas für Aufsehen. Der Chef der Delegation, Joon-Suk Kang, hob in seiner Rede zunächst die historisch-kulturelle Bedeutung des Walfangs in seinem Land hervor und betonte dann, dass es wieder genügend Minkewale in den Gewässern um Südkorea gäbe. Diese würden nun aber die Fischbestände an den Küsten gefährden. Mit „wissenschaftlichen Walfang“ könnten die Bestände besser identifiziert und ihr Einfluss auf die Fischbestände festgestellt werden.

Die Begründung Südkoreas sorgte für Irritationen. Schließlich hatte das Wissenschaftliche Komitee der IWC bereits 2004 auf die stark dezimierte Zwergwal-Population in südkoreanischen Gewässern hingewiesen. Kritik kommt vor allem von Umweltschützern. „Wale für den Rückgang der Fischbestände verantwortlich zu machen, ist so, als wollte man Spechte für die Endwaldung des Planeten belangen, so Thilo Maack von Greenpeace.

Die Tierschutzorganisation Sea Shepherd geht davon aus, dass bis zum Beginn des Walfangs noch zwei Jahre vergehen. „Das wiederum gibt uns ausreichend Zeit, eine Strategie vorzubereiten, um ihnen entgegen zu treten.“ Man hoffe aber, dass Südkorea dem heimischen und internationalen Druck nachgibt und doch kein Mitglied im „Club der Walmörder“ wird.

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