zurück


05.07.2012 - von Christian Lingnau

Bayern erleichtert Biber-Abschuss

Die Biberpopulation in Deutschland erholt sich. Während Naturschützer sich freuen, fordern Bauern Entschädigungen.
image
Little Beaver von MiskiSanko [ CC BY-NC 2.0 ]

Der Biber, lateinisch Castor fiber, kann über 30 Kilogramm schwer und 20 Jahre alt werden. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war der größte europäische Nager hierzulande ausgerottet. Inzwischen gibt es aber wieder knapp 30.000 Exemplare, von denen die Hälfte streng geschützt ist.

Und das führt zunehmend zu Konflikten zwischen Mensch und Tier. Schließlich macht der gefräßige Biber etwas, was sonst nur der Mensch macht: er passt sich seine Umwelt an seine Bedürfnisse an. Er fällt Bäume, baut Dämme, flutet Wiesen und Felder, gräbt Tunnel. Nur mit dem Unterschied, dass ihm Genehmigungen oder Eigentumsverhältnisse egal sind. Allein in Bayern lagen die gemeldeten Schäden durch Biber im Jahr 2011 bei 600.000 Euro.

Die gefräßigen Nager sind vor allem den Bauern ein Dorn im Auge. Walter Heidl, neuer Präsident des Bayerischen Bauernverbands, hatte bei seiner Kandidatur ein robusteres Vorgehen angekündigt. Seine Lobbyarbeit im Umweltministerium war offenbar erfolgreich: Umweltminister Marcel Huber hat die Landratsämter aufgefordert, Gebiete auszuweisen, in denen Biber ohne Einzelgenehmigung getötet werden können.

Dabei schaffen Biber mit ihren Bauwerken auch neue, ökologisch wertvolle Feuchtgebiete. Die allermeisten Schäden entstehen in Ufernähe. Eine vergleichsweise einfache Lösung könnte sein, eine generelle Schutzzone von 10-20 Metern seitlich von Flüssen und Bächen einzurichten. Dazu allerdings müssten die Bauern wohl einen Teil ihrer Flächen abtreten.

ähnliche Artikel:

Dein Kommentar wird unwiederruflich gelöscht!

1 Kommentar

  1. Eulenspiegel / 13.10.2012 23:16:43 Uhr

    Seit Jahren kontrollieren unser freiwilligen Helfer die angeblichen Schäden nach und stellen in sehr vielen Fällen nur fest, dass sie entweder gar nicht existieren oder sehr gering sind. Wie es aussieht wird in vielen Fällen nur politisch gestützte Kohle gemacht und den nützlichen Tieren die Schuld für eigen Umweltzerstörungen gegeben. Auf merkwürdige Weise sehen sogar manche Fachbehörden dabei untäglg zu und der Gesetzgeber scheint bis auf Ausnahmen zu schlafen.
    Die wertvollen Ufersaumweiden wurde mit Stumpf und Stil ausgerissen und vernichtet. Sie wären extrem wertvoll zur Uferbefestigung und der Klärung unserer Gewässer und würden von Biber gehegt und verjüngt.
    Sie fehlen als natürliche Organismen in unserer Landschaft und lobbygestütze Bauern kassieren für die eigenen Schäden und lassen die Tiere gnadenlos hetzen,ihre Bauten zerströren oder abknallen.
    Die Gier scheint grenzenlos zu sein und jeglichen gesetzlichen Rahmen zu sprengen.

Du musst eingeloggt sein um Kommentare abzugeben.
Feedback ist momentan nur als Mitglied möglich!
Feedback is temporarily only available for members!

Ich habe keinen IPAT-Account und möchte
"I Plant a Tree" über mein
Facebook Profil benutzen.

Mit Facebook anmelden

Ich habe bereits einen IPAT-Account und möchte diesen mit meinem
Facebook Profil verknüpfen.
Hierfür bitte vorher einloggen:

Mit Facebook verknüpfen