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19.06.2012 - von Christian Lingnau

Rio+20: Grünes Wachstum als Lösung?

Morgen treffen sich in Rio De Janeiro Staats- und Regierungschefs aus aller Welt zum großen UN-Gipfel Rio+20. Dabei setzen die Delegierten vor allem auf grünes Wachstum.
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Foto: United Nations von Ashitakka [ CC BY-NC 2.0 ]

Bis zuletzt wurde im Vorfeld über Einzelheiten der Deklaration gestritten, welche in Rio verabschiedet werden soll. Unklar ist weiterhin etwa, ob das UN-Umweltprogramm (UNEP) zur vollwertigen UN-Agentur aufgewertet oder den Subventionen für fossile Brennstoffe eine Absage erteilt wird. Im Gegensatz zu Gastgeber Brasilien sieht der deutsche Verhandlungsführer, Bundesumweltminister Peter Altmaier, noch Klärungsbedarf.

Einig sind sich die Teilnehmer hingegen darin, dass die Weltwirtschaft „grüner“ werden muss. Einer aktuellen UNEP-Studie zufolge schließen sich Wirtschaftswachstum und Umweltschutz nicht aus. Im Gegenteil: der Übergang zu einer grünen Wirtschaft kann demnach 15 bis 60 Millionen neue Jobs schaffen. „Environmental sustainability is not a job killer, as it is sometimes claimed. On the contrary, if properly managed, it can lead to more and better jobs, poverty reduction and social inclusion“, betonte ILO-Chef Juan Somavia bei der Vorstellung der Studie.

Dabei gibt es begründete Zweifel an der Vereinbarkeit von Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit. Für den Volkswirtschaftler Niko Paech sprechen vor allem Rebound-Effekte gegen das „grüne“ Wachstumsmodell. So würden Kosteneinsparungen (bspw. durch den Einsatz energiesparender Technologien) in Form von Preissenkungen an den Kunden weitergegeben. Mit der Folge, dass Nachfrage und Ressourcenverbrauch nur noch weiter steigen. Eine Entkopplung von Umweltschäden und Wirtschaftswachstum sei schließlich auch deshalb unmöglich, weil das Konzept „auf genau jener Fortschrittslogik gründet, welche die zu lösenden Probleme überhaupt erst verursacht hat“.

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