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Apr 17, 2012 - by Christian Lingnau

Lebensmittelskandale: Zeit nachzudenken

Nach dem Lebensmittelskandal ist vor dem Lebensmittelskandal. Ob vergiftete Eier, Antibiotika, EHEC oder Gammelfleisch: Es ist immer nur eine Frage der Zeit, bis neue Missstände in der Nahrungsmittelproduktion aufgedeckt werden. Gleichzeitig geben sie uns auch Gelegenheit, fragwürdige Essgewohnheiten zu hinterfragen.
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Foto: Egg Dimensions von Emuishere Peliculas [ CC BY 2.0 ]

Mehrere Tausend PCB-belastete Eier sind unkontrolliert in den Handel gekommen. Über Ursachen und Verantwortlichkeiten dürfte noch länger gestritten werden. Betroffen sind sogar Bio-Eier, die zu Nudeln verarbeitet wurden.

Dabei ist der neueste Skandal um Eier mit erhöhten PCB-Werten nur das jüngste Beispiel einer ganzen Reihe dieser Art. Um Dioxin ging es zuletzt im Januar 2011, als heraus kam dass ein schleswig-holsteinischen Chemieunternehmen Industriefett an Futtermittelhersteller verkauft hatte. Von dort aus gelangte das belastete Fett über Hühner- und Schweinemastbetriebe auf unsere Teller.

Vor zwei Wochen erst fanden Kontrolleure in einem Leipziger Fleischereibetrieb eine Tonne verdorbenes Döner-Fleisch. Ein Thema, welches ebenfalls nicht neu ist: Im Oktober 2006 waren in Hamburg fünf Tonnen sogenanntes „Gammelfleisch“ beschlagnahmt worden. Wie viel von dem bereits grünlich verfärbten Fleisch bis dahin verzehrt wurde, ist unklar.

Die Reihe der Lebensmittelskandale ließe sich endlos fortsetzen. Doch der Ruf nach immer neuen Kontrollen und Gesetzen ignoriert die eigentlichen Ursachen der Missstände. Thilo Bode, Leiter der Verbraucherschutzorganisation foodwatch, fordert eine Halbierung des Fleisch-Konsums. Den Fleischkonsum pro Person auf 55 Kilo pro Jahr zu halbieren sei eine Möglichkeit, mehr Land für ökologische Agrarwirtschaft zu schaffen. In der EU gäbe es viel zu viel Sorgen um Subventionen, und weniger um ein nachhaltiges, ökologisches und kollektives Agrarsystem, so Bode.

 

Autor: Christian Lingnau

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