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19.03.2012 - von Christian Lingnau

Naturschutzgebiet KaZa eröffnet

Seit Donnerstag ist das grenzübergreifende Schutzgebiet KaZa (Kavango/Zambezi) nun offiziell eröffnet. Das 440.000 Quadratkilometer große Areal erstreckt sich auf fünf afrikanische Länder und verbindet bislang voneinander getrennte Reservate. So sollen sich die Populationen von Elefanten, Leoparden und Flusspferden besser durchmischen und vor Wilderern geschützt werden.
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Foto: elephants von kevinzim [ CC BY 2.0 ]

Bereits im August 2011 unterzeichneten Namibia, Sambia, Simbabwe, Angola und Botswana einen gemeinsamen Vertrag, mit dem ein riesiges Gebiet zwischen den Flüssen Kavango und Zambesi zum Schutzgebiet für Wildtiere erklärt wurde. Mit dem Zusammenschluss von insgesamt 36 Schutzgebieten ist KaZa das weltweit größte internationale Naturschutzgebiet. Die hier lebenden Tiere können so ihren natürlichen Wanderwegen folgen.

Johnny Rodrigues, Vorsitzender der Zimbabwe Conservation Task Force (ZCTF), bezweifelt allerdings dass die Wildtiere durch KaZa tatsächlich besser geschützt werden. „Auf dem Papier bin ich dafür. Das Problem ist, dass Leute eine ganze Reihe von Gesetzen unterschreiben. Aber werden diese durchgesetzt? Das ist die Frage.“ Das Abschlachten von Elefanten und anderen Wildtieren im Gonarezhou Nationalpark vergangenes Jahr sei ein Beispiel hierfür. Oftmals würden die Beschäftigten der Parks mit illegalen Landbesetzern zusammenarbeiten. Wenn bestehende Gesetze nicht in allen Bereichen durchgesetzt werden, sähe die Zukunft für Simbabwes Wildtiere „sehr trostlos“ aus.

Die Umweltstiftung WWF ist optimistischer und betont die Vorteile von KaZa auch für die Menschen vor Ort. So ziehe die fast unberührte Naturregion immer mehr Touristen an. „In KaZa fließen die Einnahmen nicht an irgendwelche Investoren, sondern direkt an die Menschen. Das Land mit allen Naturschätzen gehört ihnen, den Stämmen und Dorfgemeinschaften. Sie entscheiden, was damit geschieht. Niemand, weder die Regierung noch irgendeine NGO darf ihnen etwas vorschreiben. Deshalb schützen sie die Natur. Sie wissen, dass sie ihnen ihr Auskommen sichert“, so Philipp Goeltenboth vom WWF. Die Organisation geht davon aus, dass in KaZA sieben Touristen einen Arbeitsplatz sichern, wovon bis zu 15 Menschen leben können.

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