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06.03.2012 - von Christian Lingnau

Neuer Nationalpark im Schwarzwald?

Nach dem Regierungswechsel in Baden-Württemberg hat die Diskussion um einen neuen Nationalpark im Nordschwarzwald wieder Fahrt aufgenommen. Für die Gegner des Vorhabens ist der Park lediglich „Selbstzweck für die Naturschutzideologie“. Nun soll ein Gutachten erstellt und Arbeitskreise eingerichtet werden.
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Foto: Confluence trees von Till Westermayer [ CC BY-SA 2.0 ]

Die Grün-rote Landesregierung hat das Thema Nationalpark Nordschwarzwald auf die Tagesordnung gesetzt. Agrarminister Alexander Bonde (Grüne) betont die Bedeutung eines Nationalparks für den Artenschutz: „Jede Art die verloren geht ist ein Verlust auch für Wissenschaft und Wirtschaft. Wenn wir den Artenrückgang stoppen wollen, werden dafür auch Rückzugsgebiete brauchen. Dazu braucht es Großschutzgebiete, wie beispielsweise auch einen Nationalpark.“

Dagegen macht die Interessengemeinschaft „Unser Nordschwarzwald“ mobil. Argumentiert wird vor allem mit Arbeitsplatzverlusten in der Holzindustrie. Zudem sei mit einem Ausbreiten des Borkenkäfers zu rechnen, wenn die Natur sich selbst überlassen wird. Und drittens sei für den Menschen im Nordschwarzwald dann kein Platz mehr. Alles Argumente übrigens, welche auch die Initiative „Unser Steigerwald“ gegen die die Einrichtung eines Nationalparks Steigerwald in Franken anführt.

Ein Nationalpark Nordschwarzwald würde Tourismus und Gastronomie in der Region stärken, sagt hingegen Andre Baumann vom Naturschutzbund. „Man möchte die Menschen in die Kernzonen lassen. Ein Nationalpark ist ein Instrument, um Menschen an die natürlichen Prozesse und an die Wildnis heranzuführen.“ Weil man den Wald langsam und allmählich auf die Wildnis vorbereiten würde, könne in der Anfangsphase auch gegen den Borkenkäfer vorgegangen werden.

Ein unabhängiges Gutachten soll nun die Vor- und Nachteile herausarbeiten und helfen, die Diskussion zu versachlichen. Auf dieser Grundlage sollen anschließend regionale Arbeitskreise entstehen. Schließlich will die Landesregierung keinen Nationalpark gegen den Willen der örtlichen Bevölkerung durchsetzen.

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2 Kommentare

  1. NEMORIVAGUS / 06.03.2012 13:04:29 Uhr

    Gut so!

  2. Christian Lingnau / 06.03.2012 16:36:01 Uhr

    Find ich auch. Im europäischen Vergleich gibt es immer noch zu wenig geschützte Flächen in Deutschland.

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