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27.02.2012 - von Christian Lingnau

Streit um Windräder im Wald

Für die Abkehr von Kohle- und Atomkraft müssen die erneuerbaren Energien massiv ausgebaut werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Windkraft. Doch der geplante Bau von Windrädern im Wald ist bei Naturschutzorganisationen umstritten.
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Foto: Windräder Martinshöhe von Andrea & Stefan [ CC BY 2.0 ]

Damit Hessen bis zum Jahr 2050 komplett mit regenerativer Energie versorgt wird, müssen zu den knapp 700 bestehenden Windkraftanlagen weitere 1.500 hinzu kommen. Der Kreis Rheingau-Taunus mit seinem Rheingaugebirge gilt dabei als besonders geeignet für die Nutzung der Windenergie. Bis zu 180 Meter hohe Windräder auf den Hügeln des größten zusammenhängenden Waldgebiets Hessens wären weithin sichtbar.

Umweltweltschützern geht es in ihrer Kritik allerdings nicht um ästhetische Gesichtspunkte. Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) lehnt die Pläne der Landesregierung mit Begründung ab, dass dieses Gebiet als bislang weitgehend ungestörter Naturraum schützenswert sei. Nicht umsonst habe Greenpeace schon gefordert, hier einen Nationalpark einzurichten. Der Rheingau-Taunus müsse eine „Tabuzone“ für Windräder bleiben.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) lehnt Windkraftanlagen zumindest in EU-Vogelschutz- und FFH-Gebieten (Natura 2000), Naturschutzgebieten, Nationalparken und Biosphärenreservaten kategorisch ab. Auf anderen Flächen müssten Einzelfallprüfungen vorgenommen werden: „Windkraftanlagen im Wald bedürfen einer besonders kritischen Prüfung im Hinblick auf Flächenverbrauch, Ersatzaufforstungen, Waldstabilität, sensible Waldlebensgemeinschaften und Waldgesellschaften, Erholungswert, Natur-, Boden- und Kulturdenkmalen, regionaler Waldanteil sowie Erschließung. (…) Besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten, vor allem Zugvögel und Fledermäuse dürfen nicht beeinträchtigt werden.“

Der Verband Deutscher Naturparke (VDN) unterstützt nach eigenen Angaben ebenfalls die beschlossene „Energiewende". Jedoch dürfe der „entstandene zeitliche Druck (...) nicht dazu führen, dass diese wichtigen Schutzgüter und die gesetzlich und gesellschaftlich anerkannten Ziele der Naturparke in Deutschland vernachlässigt werden.“ Der Verband fordert daher, die Potentiale für Energieeinsparung, Energieeffizienz und für eine dezentrale Energieversorgung auszuschöpfen.

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