Feb 21, 2012 - by Christian
Umweltzerstörung ist teurer als Finanzkrise
Foto: I don't need shades to look cool von spettacolopuro [ CC BY 2.0 ]
Seit gestern beraten Wissenschaftler und Umweltpolitiker der UNEP in der kenianischen Hauptstadt Nairobi über globale Umweltprobleme und mögliche Lösungswege. Professor Bob Watson, Umweltberater der britischen Regierung, und seine Kollegen warnten in einem eindringlichen Appell vor den Folgen unseres „kaputten“ Wirtschaftssystems. Demnach werde eine Erderwärmung von drei bis fünf Grad das Überleben der gesamten Menschheit gefährden.
Hintergrund ist der von Hunderten Wissenschaftlern erarbeitete, nun vorgelegte Welt-Umweltbericht „Geo 5“. Demnach sind „die Verluste durch Vernichtung und Übernutzung von Wäldern (...) höher als diejenigen, die die Weltwirtschaft durch die Finanzkrise 2008 erlitten hat.“ Die ökologischen Kosten würden bei der Berechnung zum Bruttoinlandsprodukt allerdings weitgehend ignoriert.
Die Wissenschaftler um Berater Watson fordern daher, das Bruttoinlandsprodukt um die Faktoren „Naturkapital“ und „soziales Kapital“ zu ergänzen. Um welche Summen es hierbei geht, hat die auf der Artenschutz-Konferenz in Nagoya veröffentliche Teeb-Studie („The Economics of Ecosystems and Biodiversity“) bereits 2009 deutlich gemacht. So ist allein die Bestäubungsleistung der Pflanzen durch die Insekten jährlich 153 Milliarden US-Dollar wert. Die Korallenriffe sorgen jedes Jahr für 172 Milliarden Dollar an Einkommen, Nahrung und weiteren Gewinnen.
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