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08.02.2012 - von Christian Lingnau

Bleibt die Klimakatastrophe aus?

RWE-Aufsichtsrat Fritz Vahrenholt geht davon aus, dass die globalen Temperaturen bis 2100 nur moderat steigen. Der Weltklimarat sei ein politisches Gremium, in dem Umweltverbände großen Einfluss auf die Ergebnisse hätten. Der Einfluss von abnehmender Sonnenaktivität und kälterer Meeresströmungen auf das Klima würden bislang völlig unterschätzt.
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Umstritten:

„Die kalte Sonne: Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet“, so der Titel des umstrittenen Buches von Vahrenholt. Darin stellt der ehemalige SPD-Politiker gängige wissenschaftliche Thesen zur globalen Erwärmung in Frage und nennt zwei bislang vernachlässigte Effekte: Erstens werde die Sonnenaktivität in den kommenden Jahren abnehmen und so die Wolkenbildung beschleunigen. Diese Sonnenflaute komme uns wie gerufen, „denn sie wird die CO2-Erwärmung eine ganze Weile lang neutralisieren und unserem Globus vermutlich eine Abkühlungsphase bescheren. Erst ab 2040 könnte es wieder wärmer werden,“ pflichtet ihm Prof. Werner Weber von der TU Dortmund bei.

Zweitens würden kältere Meeresströmungen bereits seit 2000 für zusätzliche Abkühlung sorgen. „Die Erwärmungs- und Abkühlungsphasen laufen parallel zu einem wichtigen Ozeanzyklus im Pazifik ab. Dort tauschen sich gewaltige Kalt- und Warmwassermassen im Abstand von 20–30 Jahren aus. Dieser Vorgang hat großen Einfluss auf das Weltklima und die Temperatur auf der Erde. Stürzt der Pazifik-Zyklus ab, erlahmt auch der Temperaturanstieg rund um den Globus.“ So ließe sich erklären, warum die globale Temperatur seit 12 Jahren nicht mehr gestiegen ist.

Dass der Weltklimarat zu anderen Ergebnissen kommt, wundert Vahrenholt nicht. Fast ein Drittel der 32 Mitglieder, welche den wichtigsten Bericht verfassen, seien mit Umweltorganisationen wie dem WWF oder Greenpeace verbunden. Das UN-Gremium ist für ihn daher in der erster Linie ein politisches. Folglich seien die Prognosen völlig übertrieben und „reine Angstmache“. Nichtsdestotrotz stellen Vahrenholt und seine Co-Autoren die Energiewende nicht in Frage.

Jochem Marotzke, Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie, sieht die Thesen Vahrenholts kritisch: „Die Klimaerwärmung, vor allem der menschliche Einfluss darauf, sind durch viele, viele unabhängige wissenschaftliche Studien belegt. An diesen Studien haben Hunderte von Forschern teilgenommen, und an diesen Erkenntnissen kann jetzt auch das Buch von Herrn Vahrenholt und Herrn Lüning nichts ändern.“

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