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Jan 18, 2012 - by Christian Lingnau

„Wir haben es satt! Bauernhöfe statt Agrarindustrie“

Zum Auftakt der Grünen Woche werden am Samstag zahlreiche Bauern, Tier- und Umweltschützer in Berlin auf die Straße gehen. Unter dem Motto „Wir haben es satt! Bauernhöfe statt Agrarindustrie“ fordern die Demonstranten einen grundsätzlichen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Der aktuelle Antibiotika-Skandal zeigt, dass das Problem uns alle betrifft.
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Foto: schwein von metalhero1993 [ CC BY 2.0 ]

Pünktlich zu Beginn der internationalen Landwirtschaftsmesse Grüne Woche rufen über 90 Organisationen zur Demonstration gegen die Zustände in der industriellen Landwirtschaft (insbesondere in der Massentierhaltung) auf. Für die Organisatoren ist die Agrarindustrie verantwortlich für Dioxinskandale, Gentechnik im Essen und Tierleid in der Massentierhaltung. Die Bundesregierung wird aufgefordert, Subventionen an „soziale, ökologische und Tierschutz-Kriterien“ zu binden. Zudem sollen Spekulationen mit Lebensmitteln beendet, Exportsubventionen gestoppt und der Fleischindustrie der „Geldhahn abgedreht“ werden.

Der massive Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung ist laut Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund nur die Spitze des Eisbergs. „In diesen Betrieben werden Schnäbel und Schwänze abgeschnitten. Tiere werde oft schon krank gezüchtet“, so Schröder. Darüber hinaus berge die industrialisierte Landwirtschaft auch Risiken für Umwelt, Klima und Menschen.

Selbst das bislang stets wachstumsorientierte Fachblatt „top Agrar“ kommt inzwischen zu der Erkenntnis, dass Betriebsgröße nicht alles ist. Weil der gesellschaftliche Widerstand gegen industrielle Produktionsverfahren zunehme, suchten Lebensmittel- und Agrarindustrieunternehmer zunehmend den Kontakt zu Umweltorganisationen. Trotzdem ist eine wirkliche Umkehr bislang nicht in Sicht - im Gegenteil: Dem Kritischen Agrarbericht 2012 zufolge steuern die deutschen Bauern auf eine gigantische Überproduktion hin. Bundesweit seien Ställe für bis zu 36 Millionen Hähnchen geplant. Um die Nachfrage zu stillen seien 3,2 Millionen neue Plätze ausreichend.

 

Autor: Christian Lingnau

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