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13.01.2012 - von Christian Lingnau

Wälder unter Druck

Wald ist für uns Menschen genauso überlebenswichtig wie für Tiere und Pflanzen. Mit steigenden Rohstoffpreisen wird sein Holz nun auch für die Energiebranche immer interessanter. Die Zielkonflikte zwischen Natur- und Artenschutz, Tourismus und Industrie nehmen zu.
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Foto: Wald von Biosphäre [ CC BY-NC-SA 2.0 ]

Fast ein Drittel Deutschlands ist mit Bäumen bestanden. Dieser grüne Anteil ist seit jeher wichtiger Sauerstoff-Lieferant, Wasser- und CO2-Speicher sowie Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Der Tourismus profitiert ebenfalls von intakten Wäldern. Ob Bayerischer Wald, Teutoburger Wald oder Thüringer Wald - die Branche verzeichnet seit Jahren ein wachsendes Interesse an naturnahen Wander- und Erlebnisreisen.

Angesichts steigender Kohle- und Gaspreise wird der Wald aber auch zunehmend als Energiequelle attraktiv. Holz ist als nachwachsender Rohstoff praktisch unendlich verfügbar. Und weil bei der Verbrennung nur so viel Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird wie der Atmosphäre zuvor entzogen wurde, gilt Holz als klimaschonender Energieträger. Die Holzindustrie ist sich dessen durchaus bewusst und versucht in einer aktuellen Kampagne den Klima- gegen den Naturschutz auszuspielen.

Eine zentrale Regel für nachhaltige Waldbewirtschaftung lautet: Es darf nicht mehr geschlagen werden als nachwächst. Mit der „Waldstrategie 2020“ hat die Bundesregierung im vergangenen Herbst jedoch grünes Licht gegeben für eine Erhöhung um 60 Prozent gegenüber den durchschnittlichen Erntemengen der Vorjahre. Für die Fruchtbarkeit der Böden ist das Ökosystem Wald aber nicht nur auf Stammholz, sondern auch auf Totholz angewiesen. Dieses wird aber vielerorts inzwischen systematisch eingesammelt und zu Hackschnitzel für die Heizwerke verarbeitet.

Forstwissenschaftler Klaus von Wilpert schlägt vor, dass Mineralien-Defizit auszugleichen: „Die Asche der verbrannten Pellets und Hackschnitzel kann zur Kompensation in den Wald zurückgeführt werden.“ Ein Feldversuch hat ergeben, dass die so eingesetzte Asche tatsächlich den Nährstoffhaushalt aufrechterhalten kann. Die Holzasche müsse dazu mit Mehl von Dolomitkalk im Wald verteilt werden. Die Kosten des Verfahrens (etwa 250 Euro pro Hektar) würden dadurch relativiert, dass die Düngung nur alle 64 Jahre wiederholt werden muss. Ob und wann diese Methode großflächig angewendet wird, ist noch unklar.

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