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10.01.2012 - von Christian Lingnau

Hähnchen mit resistenten Keimen belastet

Jedes zweite Hähnchen ist mit Antibiotika-resistenten Keimen belastet. Zu diesem Ergebnis kommt eine (nicht repräsentative) Untersuchung des BUND. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat bereits eine Gesetzesänderung angekündigt.
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Foto: Hähnchen von Mark Max Henckel [ CC BY-NC-SA 2.0 ]

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat bei zehn von 20 untersuchten Fleischproben sogenannte ESBL- und MRSA-Keime nachgewiesen. Betroffen ist Hähnchenfleisch der Marken Wiesenhof, Sprehe und Stolle. Die Keime stellen insbesondere für kranke und schwache Menschen eine Gefahr dar, weil so verabreichte Antibiotika wirkungslos sein könnten. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass hierzulande jedes Jahr rund 15.000 Menschen an Infektionen sterben, bei denen Antibiotika nicht mehr helfen konnten.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat bereits einen Entwurf zur Änderung des Arzneimittelgesetzes vorgelegt, wonach der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung begrenzt werden soll. So sollen Tierärzte und Tierhalter künftig die Landesbehörden umfassend über die Verabreichung von Antibiotika und anderer Arzneimittel informieren. Für Antibiotika aus dem Bereich der Humanmedizin sollen zudem strengere Auflagen gelten.

Dem BUND gehen die Pläne der Ministerin nicht weit genug. Die bundesweite Erhebung von Daten über die Antibiotika-Abgabe wird zwar begrüßt. Die Umweltschützer kritisieren allerdings, dass der Einsatz von Humanantibiotika in der Tierhaltung nicht grundsätzlich verboten wird. Und weil die Tierärzte auch in Zukunft am Verkauf möglichst großer Mengen Antibiotika verdienen, setze der Gesetzentwurf keinerlei Anreize zur Reduktion.

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