Jan 6, 2012 - by Christian
Stillstand im Atommülllager Asse
Foto: antiAKW 108 von christophbrammertz [ CC BY-SA 2.0 ]
Die Überprüfung durch den Arbeitskreis Optionenvergleich hatte bereits vor zwei Jahren ergeben, dass Asse als Endlager ungeeignet ist. Doch für Umweltminister Norbert Röttgen bedeutet das nicht, dass die Fässer wieder entfernt werden müssen. „Erst wenn konkrete Kenntnisse über den Zustand der Abfälle und über den Inhalt der Kammern vorliegen, kann über die Option der Rückholung entschieden werden“, so der Minister.
Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte daher vor einem Jahr schon beim zuständigen niedersächsischen Umweltministerium eine entsprechende Bohrgenehmigung beantragt. Nach einer langwierigen Prüfung versah das Ministerium den Antrag schließlich mit über 50 Auflagen. Folglich ist die Bestandsaufnahme ziemlich aufwändig. Angesichts des maroden Zustands der Anlage rennt den Befürwortern der Rückholung nun die Zeit davon.
Röttgen verteidigt die Auflagen und betont, dass Sicherheit die höchste Priorität habe. Sein Kollege vom Land Niedersachsen, Hans-Heinrich Sander, spricht sich bereits offen für ein Zuschütten aus. SDP-Chef Sigmar Gabriel sieht darin taktisches Kalkül und ein „ganz mieses Spiel“. Die Verantwortlichen würden bewusst auf Zeit spielen und somit Fakten schaffen. Die Vorgänge der letzten Monaten zeigten: „Beide Minister wollen die Rückholung nicht.“
Autor: Christian
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