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Dec 30, 2011 - by Christian Lingnau

Dinosaurier des Jahres: AIDA und TUI Cruises

Zwei deutsche Kreuzfahrtunternehmen wurden vom NABU mit einem Umweltpreis der besonderen Art ausgezeichnet. AIDA und TUI Cruises sind die "Dinosaurier des Jahres", da ihre Schiffe immer noch mit giftigem Schweröl fahren. Dabei könnte der Schadstoffausstoß durch die Verwendung von Schiffsdiesel und moderner Technik massiv gesenkt werden.
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Pressefoto AIDA und Dieselruß, Quelle: NABU

Sie werben mit frischer Seeluft, Natürlichkeit und Luxus. Doch die Wirklichkeit sieht bei den Kreuzfahrern anders aus. Der Negativpreis geht stellvertretend für die gesamte Branche an die Chefs der beiden führenden Veranstalter, Michael Thamm, Präsident AIDA Cruises, und Richard J. Vogel, Vorsitzender TUI Cruises. Denn für NABU-Präsident Olaf Tschimpke sind die Traumschiffe in Wahrheit dreckige Rußschleudern: „Damit stößt ein einziger Ozeanriese auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw auf der gleichen Strecke.“ Dafür verantwortlich sei die Gier nach Profit. Schließlich könnten die Emissionen durch die Verwendung von Schiffsdiesel und moderner Abgastechnik deutlich reduziert werden.

In einer Pressemitteilung hat AIDA auf die „Ehrung“ reagiert. Demnach betreiben die deutschen Kreuzfahrtreedereien Schiffe „nach den technisch höchsten Maßstäben“. Neben dem Komfort genieße der Umweltschutz höchste Priorität. Und: „Der zuletzt geforderte Einbau von Rußpartikelfiltern ist bislang nicht möglich, weil es solche Filter noch nicht in Serienreife gibt. Die Kreuzfahrtreedereien arbeiten selbst mit Hochdruck daran, den Einbau zu ermöglichen.“

Für den NABU ist das Heuchelei. „AIDA und TUI übertrumpfen sich mit aufwendigster Unterhaltung an Bord, nichts ist zu teuer für Restaurants, Wellness und Casinos – aber für einen Rußpartikelfilter ist angeblich kein Geld da“, kritisiert Tschimpke. Es sei völlig unverständlich, dass die Veranstalter auf diese Weise ihr größtes Kapital - die intakte Natur - verspielen würden. Nach Angaben der Naturschutzorganisation können allein durch den Umstieg auf schwefelarmen Schiffsdiesel sowie eine langsamere Fahrtgeschwindigkeit bis zu 90 Prozent Schwefeldioxid und Feinstaub eingespart werden.

 

Autor: Christian Lingnau

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1 comment

  1. NEMORIVAGUS / Jan 9, 2012 11:15:02 AM

    Diese Heuchler! Man muss sich aber auch fragen, warum diesbezüglich keine gesetzlichen Mindeststandards festgelegt werden? Aufgrund guter Lobbyarbeit seitens der Redereien oder schlichtem politischem Desinteresse?

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