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11.12.2011 - von Christian Lingnau

Durban: Viel Lärm um wenig

Am Ende der 17. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen haben sich die Delegierten doch noch einigen können. In einem künftigen Vertragswerk sollen auch Staaten wie die USA, China und Indien zu verbindlichen Klimaschutzregeln verpflichtet werden. Umweltschutzorganisationen kritisieren die Verabredungen von Durban als schwach und unverbindlich.
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Earth Full South Pacific von FlyingSinger [ CC BY 2.0 ]

Die längste Weltklimakonferenz ist am frühen Sonntagmorgen zu Ende gegangen. Wohl damit Durban nicht als erneutes Versagen der globalen Klimapolitik in die Geschichte eingeht, hat sich die Staatengemeinschaft in letzter Minute zumindest auf einen Fahrplan in Sachen Klimaschutz verständigt. Bis zum Jahr 2015 soll demnach ein neues verbindliches Klimaabkommen ausgehandelt werden. Die EU und einige weitere Industriestaaten wollen zudem ihren Verpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls auch nach dessen Auslaufen nachkommen. Das neue Abkommen soll schließlich die Klimarahmenkonvention und das Kyoto-Protokoll in ein einheitliches Regelwerk überführen.

Während führende Politiker die Ergebnisse von Durban als „Durchbruch“ feiern, kritisieren Umweltschützer die Beschlüsse als zu unverbindlich. „Die rechtlichen Vereinbarungen sind schwach und die Zusagen für die CO2-Reduzierung reichen nicht aus – so ist das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, nicht erreichbar“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Verantwortlich für das unbefriedigende Ergebnis seien vor allem die USA und Kanada.

„Der unter Druck von Indien und den USA abgeschwächte Kompromiss wird nicht zu einem international verbindlichen Klimaschutzvertrag führen, sondern zu einem nur lose bindenden Abkommen“, so Martin Kaiser von Greenpeace. Das Zwei-Grad-Ziel sei mit einem schwachen und zudem erst 2020 in Kraft tretenden Klimavertrag nicht zu schaffen. Durban sei erst der Auftakt gewesen zu weiteren, langwierigen Verhandlungen.

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