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Dec 2, 2011 - by Christian Lingnau

Neues Institut will Wohlstand und Klima erforschen

Wie lassen sich Wirtschaftswachstum und Klimaschutz miteinander vereinbaren? Dieser zentralen Frage widmet sich vom kommenden Jahr an ein neues privates Institut mit Sitz in Berlin. Gegründet und finanziert wird die Einrichtung vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der Stiftung Mercator aus Essen.
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Foto: Atmosphere von jayRaz [ CC BY-NC-SA 2.0 ]

Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (Mercator Forschungsinstitut zu globalen Gemeinschaftsgütern und Klimawandel, kurz: MCC), so der etwas sperrige Name des vor wenigen Tagen neugegründeten Instituts. Finanziert von der Stiftung Mercator mit 17 Millionen Euro über eine Laufzeit von acht Jahren, werden hier ab 2012 insgesamt 40 Mitarbeiter wissenschaftliche Lösungsstrategien für die Probleme der globalen ökonomisch-ökologischen Krise erarbeiten. Die Forschung wird dabei in vier Bereiche unterteilt: Wirtschaftswachstum, Ressourcen, Internationaler Handel sowie Infrastrukturen und Transport.

Leiter des MCC wird Professer Ottmar Edenhofer, derzeit stellvertretender Direktor des PIK und Mitglied im Weltklimarat (IPCC). Gegenüber Deutschlandradio begründet er die Gründung des Instituts mit dem Versagen des globalen Kapitalismus und Klimaschutzes. „(...) wir glauben eben, dass der Wohlstand des 21. Jahrhunderts stärker davon abhängen wird, dass es um Gemeinschaftsgüter geht anstatt nur um die Sicherung von privaten Eigentumsrechten, dass es nicht nur um Wettbewerb geht, sondern eben auch vor allem um Kooperation."

Die Atmosphäre wird Edenhofer zufolge derzeit als Gemeinschaftsgut wie eine Müllhalde benutzt, in der jeder soviel ablagern kann wie er will. Damit verbindliche Regeln eine Chance haben, müssten bspw. Kohle, Öl oder Gas exportierende Staaten Kompensationen erhalten. Die stockenden Verhandlungen auf der Klimakonferenz in Durban überraschen den Wissenschaftler indes nicht: „Wenn Sie sich vorstellen, dass 20 Länder auf diesem Planeten 80 Prozent aller Emissionen verursachen, dann ist es einfach nicht sinnvoll, dass man diese Verhandlungen mit 194 Staaten führt, jedenfalls nicht, um Kompromisse auszuloten.“

 

Autor: Christian Lingnau

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