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Dec 1, 2011 - by Christian Lingnau

Durban macht wenig Hoffnung

Die Weltklimakonferenz in Durban ist die politische Großveranstaltung des Jahres: fast 20.000 Teilnehmer aus 194 Staaten beraten zwei Wochen lang über Klimawandel und Emissionen. Doch es gilt als unwahrscheinlich, dass die Weltgemeinschaft ein verbindliches Nachfolgeabkommen des auslaufenden Kyoto-Protokolls beschließen wird.
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Foto: Desert von spaceodissey [ CC BY 2.0 ]

Trotz Kyoto-Protokoll und Emissionsrechte-Handel hat der CO2-Ausstoß im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Im Vergleich zu 2009 nahmen die globalen Emissionen um sechs Prozent auf inzwischen knapp 32 Milliarden Tonnen zu. Hauptverursacher sind neue Kohlekraftwerke vor allem in China und Indien. Die viertgrößte Volkswirtschaft Deutschland belegt im CO2-Ranking derzeit den sechsten Platz.

Damit die Entwicklungsländer die Fehler der westlichen Staaten nicht komplett wiederholen, hatten die Teilnehmer der Klimakonferenz von Cancún vor einem Jahr die Einrichtung eines Klimafonds beschlossen. Damit sollen sowohl die Folgen des Klimawandels abgemildert als auch Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern gefördert werden. In dieser ersten Durban-Woche beraten Experten aus den Ministerien darüber, wohin das Geld fließen soll.

Die eigentlichen Verhandlungen finden nächste Woche statt. So groß die Problemlage auch ist: Beobachter gehen nicht davon aus, dass sich die Staaten auf ein verbindliches Regelwerk zur Begrenzung der CO2-Emissionen einigen werden. Die Vereinigen Staaten weigern sich weiterhin, verbindliche Verpflichtungen einzugehen und torpedieren sämtliche Versuche eines geregelten Klimaschutzes unter dem Dach der UNO. Kanada will aus dem Kyoto-Abkommen aussteigen und Japan dieses Mal nicht mehr mitmachen.

Deutschland hat seine Rolle als Vorreiter beim Klimaschutz aufgegeben. Bundesumweltminister Norbert Röttgen war bislang vor allem damit beschäftigt, die (ohnehin geringen) Erwartungen zu dämpfen. Zum Auftakt der Konferenz brachte er noch das Konzept der „Klimagerechtigkeit“ ins Spiel. Demnach müsse allen Menschen das gleiche Recht zustehen, die Atmosphäre zu belasten. Für Martin Kaiser von Greenpeace nicht mehr als ein taktisches Manöver: „Der Bundesumweltminister wollte hier Nebel streuen mit dem Vorschlag, Klimagerechtigkeit in die Verhandlung zu bringen. Denn im Vorfeld hat seine Delegation immer gesagt, dass dieses Konzept keinen Eingang in die Verhandlungen finden wird.“

 

Autor: Christian Lingnau

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