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25.11.2011 - von Christian Lingnau

Vor der Klimakonferenz in Durban

Wie vor jeder Klimakonferenz gehört auch dieses Mal die politische Bühne zunächst der Wissenschaft. Unzählige Studien aus ganz unterschiedlichen Disziplinen zeigen, wie wichtig ein neues Klimaabkommen wäre. Dennoch ist das Thema in den Medien derzeit völlig unterrepräsentiert.
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Hot Sun von jetsandzeppelins [ CC BY 2.0 ]

Für Wissenschaftler und Umweltaktivisten ist Öffentlichkeitsarbeit derzeit nicht leicht. Eigentlich soll es demnächst im südafrikanischen Durban um ein Nachfolge-Abkommens für das Kyoto-Protokoll gehen. Doch im Vorfeld des Klimagipfels dominieren weiterhin Finanz- und Eurokrise die mediale wie politische Aufmerksamkeit. Die Angst vor Rezession und Inflation wirkt offenbar bedrohlicher und weniger abstrakt als die Folgen von Klimawandel und Eisschmelze.

Für die Wissenschaft – hier besonders die Klimatologie - stellt sich somit die Frage, wie sie ihre Rolle als Antreiber der Klimapolitik weiter ausüben kann. An aussagekräftigen Studien fehlt es keineswegs. Allein das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) wird in den kommenden Tagen gleich drei davon vorstellen. Dabei geht es um den kritischen Einfluss von FCKW-Ersatzstoffen auf den Klimawandel, um die Lücke zwischen Selbstverpflichtungen zur Reduktion der Treibhausgase und den Zielen einer moderaten Erwärmung sowie um die entscheidende Frage, wie die Emissionen in Zukunft geregelt werden können.

Pünktlich erschienen ist auch das Treibhaus-Bulletin der Weltmeteorologieorganisation. Demnach hat die Konzentration von Kohlendioxid, Methan und Lachgas seit Beginn der Messungen einen neuen Rekordwert erreicht. Die Wissenschaft muss sich also nicht vorwerfen lassen, das Klimaproblem nicht ernst zu nehmen.

Was Kritiker den Forschern vorwerfen ist vielmehr das semantische „Weichspülen“ ihrer Ergebnisse. So sind im vergangene Woche vorgelegten Sonderbericht des Weltklimarates IPCC zum Management von meteorologischen Extremereignissen und Naturkatastrophen viele Passagen in ihrer Tonart deutlich entschärft worden. Inhaltlich mögen die Veränderungen zwar korrekt sein – doch die politische Einflussnahme dürfte bei den ohnehin ungünstigen Rahmenbedingungen somit noch schwieriger werden.

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