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Nov 21, 2011 - by Christian Lingnau

Erdgas um jeden Preis?

Die Erschließung von Gasvorkommen durch das „Fracking“ genannte Verfahren gefährdet Dietrich Borchardt zufolge das Trinkwasser. Der Experte vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung warnte bei einer Anhörung des Umweltausschusses heute vor den gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen. Ein Blick in die USA zeigt, wie verheerend Fracking in Wirklichkeit ist.
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Foto: Gas natural von Jumanji Solar [ CC BY-NC-SA 2.0 ]

Angesichts steigender Energiepreise rechnen sich inzwischen auch technisch sehr aufwändige Fördermethoden. Beim „Fracking“ genannten Verfahren wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in tiefe Gesteinsschichten gepumpt, damit diese aufbrechen und das wertvolle Gas entweichen kann. Im Rahmen der sogenannten Energiewende soll diese Praxis in Deutschland ausgeweitet werden.

Fachleute und Umweltschützer warnen schon lange vor den Risiken. Der massive Einsatz von Chemikalien habe unkalkulierbare Folgen für Mensch und Umwelt. Kein Klärwerk könne das giftige Gemisch aus Wasser, Schwermetallen, Säuren, krebserregenden und radioaktiven Stoffe filtern. Das dürfte auch ein Grund dafür sein, dass die giftigen Abwässer anschließend einfach in tiefe Gesteinsschichten „entsorgt“ werden.

In den USA haben heute schon viele Menschen mit den Folgen des Frackins zu kämpfen. In den vergangenen Jahren sind im ganzen Land Tausende Bohrstellen buchstäblich aus dem Boden geschossen. Mancherorts ist das Trinkwasser ungenießbar geworden. In dem Ort Pavillion (Wyoming) kommt inzwischen sogar schwarzes Wasser und Benzingestank aus den Wasserhähnen. Die amerikanische Umweltbehörde EPA hat Wasserproben entnommen und zahlreiche krebserregende Stoffe nachgewiesen.

Der Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung wirbt dennoch für das Verfahren. Erdgas sei als CO2-armer Energieträger für die Energiewende unverzichtbar. „Wir produzieren hier in Deutschland seit Jahren sicher und umweltschonend“, so Hartmut Pick. Mit der unkonventionellen Förderung könne das aktuelle Niveau der Erdgasförderung um 18 Jahre verlängert werden.

 

Autor: Christian Lingnau

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