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09.11.2011 - von Christian Lingnau

Emissionshandel: Gelddruckmaschine für die Industrie

Einer aktuellen Studie zufolge erhalten vor allem energieintensive Unternehmen zu viele kostenlose CO2-Zertifikate. Der Preis für eine Tonne ausgestoßenes Kohlenstoffdioxid hat ein Rekordtief erreicht. Umweltorganisationen fordern eine wesentlich sparsamere Vergabe von Emissionsrechten.
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Foto: CO2 emissions von freefotouk

Die britische Umweltorganisation Sandbag hat die Vergabepraxis der aktuellen Handelsperiode untersucht mit dem Ergebnis, dass der Emissionshandel aufgrund der hohen Zahl an Zertifikaten auf dem Markt wenig effektiv ist. Von kostenlosen und billigen Emissionsrechten profitieren demnach vor allem Großkonzerne wie ThyssenKrupp, Lhoist und BASF. In diesem Monat ist der Preis für das Recht, eine Tonne CO2 auszustoßen, somit erstmals unter zehn Euro gefallen.

„Der Emissionshandel in seiner jetzigen Form ist eine Gelddruckmaschine für die energieintensive Industrie“, stellt Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fest. „Der Markt darf nicht weiter mit zu vielen CO2-Zertifikaten überschwemmt werden. Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass künftig deutlich weniger Zertifikate verteilt werden.“

Die Stahlindustrie weist die Vorwürfe zurück. 2009 habe es aufgrund der Wirtschaftskrise zwar ein Überangebot mit Zertifikaten gegeben. Doch mit Beginn der neuen Handelsperiode ab 2013 seien die Auflagen sehr viel strenger: „Die Benchmarks sind so rigide, dass weltweit kein Stahlkonzern die Vorgaben erfüllen kann“, so der Wirtschaftsverband Stahl.

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