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17.10.2011 - von Christian Lingnau

Bäume fällen für Fleisch?

Für eine vegetarische Ernährung gibt es viele Gründe. Zu den weniger bekannten gehört der Zusammenhang zwischen Wald und Fleisch. Der zunehmende Appetit auf Fleisch erhöht den Druck auf die verblieben Urwälder insbesondere in Südamerika.
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Meat von Phillie Casablanca

Warum sind unsere geschmacklichen Vorlieben wichtiger als die elementaren Rechte der Tiere auf Leben und Unversehrtheit? Ist die Unterscheidung zwischen Mensch und Tier nicht völlig willkürlich, um unsere Lebensgewohnheiten zu legitimieren? Und warum werden „Nutztiere“ immer im Verborgenen geschlachtet?

Diese und andere Fragen beschäftigen immer mehr Menschen. Doch auch aus weniger moralischen Gründen wird die vegetarische Ernährung immer beliebter. Die Fleischskandale der letzten Jahre haben viele Verbraucher aufgeschreckt. Besonders Billigfleisch enthält häufig Wachstumshormone und Antibiotika. Dass der Verzehr von Tieren zu einer ausgewogenen Ernährung gehören muss, ist wissenschaftlich längst widerlegt.

In ihrer aktuellen Kampagne „Die Fleischfrage“ macht die Umweltstiftung WWF deutlich, welche Auswirkungen unser Fleischkonsum auch auf die Regen- und Urwälder hat. Ein Großteil unseres Fleisches kommt zwar aus heimischer „Produktion“. Doch besonders Schweine und Hühner werden mit Soja gefüttert, welches vor allem in Lateinamerika angebaut wird. Dafür werden ausgerechnet Waldflächen in einer Region gerodet, wo die Artenvielfalt noch am größten ist.

Heute wird bereits ein Drittel der weltweiten Agrarfläche für die Viehwirtschaft genutzt. So hat sich die Soja-Anbaufläche in den vergangenen 20 Jahren auf 100 Millionen Hektar verdoppelt. Allein im Amazonas-Land Brasilien wird heute Soja auf einem Gebiet angebaut, das fast so groß wie Großbritannien ist. Deutschland importierte im letzten Jahr 6,4 Millionen Tonnen Soja. Ein Großteil davon landet als Sojamehl in den Futtertrögen von Schweinen und Hühnern. Wer seinen Fleischkonsum beschränkt hilft somit, den Verlust wertvoller Wälder zu verlangsamen.

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