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06.09.2011 - von Christian Lingnau

Die große Verschwendung

Landwirtschaft und Industrie produzieren so viele Nahrungsmittel, dass eigentlich genug für alle da sein sollte. In Wirklichkeit leiden heute rund 925 Millionen Menschen an Hunger – so viel wie noch nie. Der Dokumentarfilm „Taste The Waste“ zeigt, wie verschwenderisch wir mit unserem Essen umgehen.
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Food waste 2 von Nick Saltmarsh

In seinem Film sucht Autor und Regisseur Valentin Thurn Orte auf, wo besonders viel Essen weggeworfen wird. So besucht er zwei Supermärkte in Japan und Frankreich, in denen die Angestellten ganz routiniert frische Lebensmittel aussortieren und wegwerfen. Alles, was laut Etikett nur noch zwei Tage haltbar ist, muss weg. Salat mit welken Blättern oder Obst mit Druckstellen wird ohnehin nicht verkauft und kann gleich in den Müll.

Weil es den Verkauf ankurbelt, müssen die Regale zudem immer voll sein. Selbst bis zum späten Abend gibt es daher in der Bäckerei frisches Brot zu kaufen. Die Folge ist, dass am Ende des Tages jedes fünfte Brot im Müll landet.

Von den überschüssigen Nahrungsmitteln geht nur ein sehr kleiner Teil an die Tafeln oder andere gemeinnützige Einrichtungen. Ökonomisch betrachtet mag das sogar Sinn machen - sorgt diese Vorgehensweise doch für stabile Preise auf dem Weltmarkt. Allerdings verschärft diese Praxis das globale Hungerproblem und führt zu überflüssigen Treibhausgasen (ein Drittel der Emissionen entsteht in der Landwirtschaft).

Nach dem Erfolg der ARD-Doku „Frisch auf den Müll“ greift Thurn das Thema Lebensmittelverschwendung erneut auf. In seinem neuen Film lässt er Bilder und Personen die Geschichten erzählen, nur gelegentlich werden schriftliche Kommentare eingeblendet. „Taste The Waste“ läuft ab 8. September im Kino.

 

Autor: Christian Lingnau

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