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Aug 19, 2011 - by Christian Lingnau

Zweitgrößtes Naturschutzgebiet der Welt entsteht

Fünf afrikanische Staaten haben gestern den Weg frei gemacht für den grenzüberschreitenden Naturpark Kaza. In dem Schutzgebiet mit einer Gesamtfläche von 350.000 Quadratkilometern leben u.a. Elefanten, Leoparden und Flusspferde. Der Park soll auch der Armutsbekämpfung dienen, indem die Einnahmen an die Stämme und Dorfgemeinschaften vor Ort gehen.

Für den neuen Naturpark werden 36 bereits bestehende Schutzgebiete in Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe miteinander verbunden. Nach dem Naturpark auf Grönland entsteht so das zweitgrößte Schutzgebiet der Welt. Die Umweltstiftung WWF und das Bundesentwicklungsministerium (über die KfW) unterstützen das Projekt seit Jahren mit Expertenwissen und Geld.

Die Artenvielfalt in der Region ist zwar immens, doch durch willkürliche (menschliche) Grenzziehungen gestört. Die Populationen der in Kaza lebenden 300.000 Elefanten zum Beispiel sind sehr ungleichmäßig verteilt: Während es in Botswana 135.000 Elefanten gibt, sind es in Angola nur 800. So schadet der Appetit der vielen Dickhäuter der Artenvielfalt in Botswana, obwohl es in der Nachbarschaft ausreichend Platz und Nahrung gibt. Durch Wanderkorridore sollen Elefanten und andere Tiere mehr Freiraum bekommen und sich so wieder natürlich bewegen und leben können.

Die beteiligen Länder hoffen, dass der riesige Naturpark mit seiner enormen Artenvielfalt möglichst viele Touristen anziehen wird. Laut WWF werden die Einnahmen direkt an die Menschen fließen. „Das Land mit allen Naturschätzen gehört ihnen, den Stämmen und Dorfgemeinschaften. Sie entscheiden, was damit geschieht. Niemand, weder die Regierung noch irgendeine NGO, darf ihnen etwas vorschreiben. Deshalb schützen sie die Natur. Sie wissen, dass sie ihnen ihr Auskommen sichert,“ so Philipp Goeltenboth vom WWF. Schätzungen seiner Organisation zufolge sichern sieben Touristen einen Arbeitsplatz, von dem in dieser Region bis zu 15 Menschen leben können. In diesem Sinne ist Kaza nicht nur für den Naturschutz ein Gewinn.

Autor: Christian Lingnau

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