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Jul 26, 2011 - by Christian Lingnau

Bahn und RWE wollen grüner werden

Die Deutsche Bahn kauft beim Energieversorger RWE für 1,3 Milliarden Euro Ökostrom. Und es soll noch mehr werden: Bis 2050 will Deutschlands größter Stromversorger komplett CO2-frei sein. Bisher setzte das Unternehmen vor allem auf Strom aus Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken.
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Foto: Dresden - ICE Train at Station von Roger Wollstadt

Rüdiger Grube und Jürgen Großmann haben etwas gemeinsam: Sie sind beide Vorsitzende zweier Großkonzerne mit schlechtem Image. Bahnfahren wird immer teurer und ist weiterhin für viele Reisende nicht nur im Winter eine abenteuerliche Angelegenheit. Strom von RWE ist ebenfalls teuer, obwohl er meistens aus Kohle- oder Atomkraftwerken kommt. So lag im Jahr 2009 der Anteil des Stroms aus Erneuerbaren Energien hier bei gerade mal 3 Prozent – weit unterhalb des Bundesdurchschnitts von 15 Prozent. Nicht ohne Grund hat Großmann den Atomausstieg bis zuletzt heftig kritisiert.

Beide haben somit ein Interesse, ihr Image zu verbessern. „Bahn frei für Strom aus Wasserkraft“ hieß in diesem Sinne denn auch der Slogan, der das Plakat der gemeinsamen Pressekonferenz zierte. Mit den insgesamt 900 Millionen Kilowattstunden Strom aus Wasserkraft „(...) können wir jeden dritten Fernverkehrszug, und zwar sowohl ICE als auch IC, in Deutschland mit Ökostrom betreiben“, sagte Grube. Kritiker gehen davon aus, dass die Fahrpreise durch den teureren Ökostrom noch weiter steigen werden.

Autor: Christian Lingnau

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1 comment

  1. Manuel Elzer / Jul 29, 2011 10:54:10 AM

    Den Kritikern sei gesagt: Strom ist sowas von billig, dass ein Umstieg auf Ökostrom (vor allem bei einem solchen "halbechten" wie im Falle der Bahn) so gut wie nichts an den Betriebskosten der Züge ändern wird. Wie man das Argument benutzt, um die Fahrpreise zu erhöhen, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

    Leider muss man auch sagen, dass die Ökostromgeschichten von einigen Energieriesen (bisher noch?) Augenwischerei sind. So lange diese den Standardstrommix aufteilen können in "sauberer Ökostrom" und "konventioneller Strom" ändert sich durch solche kleinen Ökostromverträge faktisch gar nichts, außer, dass die "Ökostrom" Kunden ein gutes Gewissen haben. Im Gegenzug kriegen dann die "konventioneller Strom"-Kunden eben anteilsmäßig ein bisschen mehr dreckigen Strom ab.

    Im Moment bringt es daher auch immernoch relativ viel, wenn man selbst Energie produziert und die per EEG in den Strommarkt zwingt, oder zu einem 100% Ökostromanbieter wechselt, was die Bahn aber nicht vorzuhaben scheint.

    Aber immerhin kann man sagen, dass der jetzige Zustand (3% Ökostromanteil bei RWE) zuversichtlich werden lässt, was eine Erhöhung dieses Anteils betrifft.

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