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Jul 25, 2011 - by Christian Lingnau

UN: Klimawandel gefährdet internationale Sicherheit

Ähnlich wie die katholische Kirche brauchen die Vereinten Nationen manchmal etwas länger. Länder wie Brasilien, Russland und China hatten sich bislang erfolgreich dagegen gewehrt, dass der Klimawandel im Sicherheitsrat überhaupt thematisiert wird. Beobachter sehen in der Annahme des deutschen Vorschlags eine kleine Revolution im höchsten UN-Gremium.
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Foto: United Nations von Ashitaka San

Nach zähen Verhandlungen haben sich die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen auf eine abgeschwächte und verkürzte Variante des von Deutschland eingebrachten Textes geeinigt. Der entscheidende Satz lautet: „Der Weltsicherheitsrat ist besorgt, dass der Landverlust kleiner Inselstaaten durch einen Anstieg der Meeresspiegel sicherheitspolitische Konsequenzen haben könnte“.

Damit ist der Klimawandel nun endlich in dem Gremium der UN angekommen, welches für die Sicherung des Weltfriedens verantwortlich ist. Achim Steiner, Leiter des UN-Umweltprogramms UNEP, betonte daher die Bedeutung der Erderwärmung aus ebendieser Perspektive „Klimawandel darf man nicht nur wissenschaftlich sehen, sondern von einem geopolitischen und sicherheitspolitischen Standpunkt, der uns entweder zu gemeinsamem Handeln vereint - oder uns entzweit und zu größerem Chaos, Spannungen und potenziellen Konflikten führen wird“.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte ebenfalls vor den Auswirkungen des Klimawandels auf die Sicherheit. Je mehr sich Wüsten ausbreiteten und Meeresspiegel anstiegen, desto mehr Klima-Flüchtlinge gäbe es. „Wenn es um das Klima auf unserem Planeten geht, gibt es keine Zuschauer“, sagte Ban.

Ob das in der Praxis zu ernsthaften Klimaschutz führt, ist ungewiss. Der Politikwissenschaftlerin Amanda Rosen zufolge wird das Thema von vielen Ländern nach wie vor als „Luxusproblem“ angesehen. Zudem sei es für den Sicherheitsrat ein schwieriges, schließlich könne man „nicht einfach Friedenstruppen entsenden, um den Klimawandel zu bekämpfen.“

 

Autor: Christian Lingnau

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