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Jun 29, 2011 - by Christian Lingnau

Weltnaturerbe Buchenwald (1): Grumsiner Forst

Fünf deutsche Buchenwälder wurden von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. In der fünfteiligen Reihe Weltnaturerbe Buchenwald wollen wir die einzelnen Naturschätze kurz vorstellen. Heute widmen wir uns dem Grumsiner Forst im nördlichen Brandenburg.
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Der Grumsiner Forst ist ein 680 Hektar großes, geschlossenes Buchenhochwaldgebiet mit Erlenbrüchen, Waldmooren und Tümpeln. Als ehemaliges DDR-Staatsjagdgebiet blieb der Wald von forstwirtschaftlicher Nutzung und anderen Eingriffen verschont. Heute nutzen viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie der Schreiadler oder der Schwarzstorch das Schutzgebiet als Rückzugsraum. Auch wenn nur ein Teil davon zum Weltnaturerbe erklärt wurde - als Kernzone des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin gelten hier ohnehin die größten Nutzungseinschränkungen.

Mit der der Auszeichnung zum Weltnaturerbe gehört der Buchenwald im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin plötzlich wie die Serengeti zum universellen Erbe der Menschheit. Bereits am Wochenende sind die Besucherzahlen sprunghaft angestiegen. Dabei ist das Gebiet touristisch kaum erschlossen.

Weil sich die Parkverwaltung selbst um die Auszeichnung bemüht hat, ist man hier auf die neue Situation vorbereitet. So erklärte Biosphären-Reservats-Leiter Hartmut Kretschmer gegenüber Deutschlandfunk: „Als erstes gehören dazu natürlich Informationstafeln, die stehen schon an den wichtigsten Punkten. Das nächste sind Wanderwege. Da gibt es ein fertiges Wanderwege-Konzept, was aber natürlich jetzt erst mal umgesetzt werden muss. (...) Dazu brauchen wir noch Mittel, die wir beantragt haben über einen sogenannten Mauer-Fonds.“

Kretschmer rechnet an Wochenenden mit bis zu 5000 Touristen. Damit die Besucher das empfindliche Ökosystem nicht stören und so die Auszeichnung für den Forst nicht noch zum Bumerang wird, ist der Park auf die Hilfe von Naturwacht und Landesforstverwaltung angewiesen. Weil gerade hier in den vergangenen Jahren massiv Stellen abgebaut wurden, dürfte das wohl keine leichte Aufgabe werden.

Foto: Junge Schwarzstörche, Ostbelgien von Frank Vassen

Autor: Christian Lingnau

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