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Jun 23, 2011 - by Christian Lingnau

Mit Geo Engineering die Welt retten?

Im peruanischen Lima beraten seit Anfang der Woche Wissenschaftler des Weltklimarates (IPCC) über technische Möglichkeiten, die Klimaerwärmung in den Griff zu bekommen. Die Ideen sind vielfältig und kreativ - teilsweise aber auch äußerst riskant. Das Umweltbundesamt (UBA) warnt daher vor einem „möglichen Paradigmenwechsel“ in der Klimapolitik.
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Not macht bekanntlich erfinderisch. Dazu gehört beispielsweise die Idee, das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid (CO2) unterirdisch zu lagern. Als Greenpeace vor im Frühjahr eine Liste möglicher CO2-Lagerstätten veröffentlichte, regte sich bei den betroffenen Städten und Gemeinden Widerstand. „Carbon Dioxide Capture and Storage“ (CCS) gilt als überteuert, unausgereift und letztlich riskant. Denn bislang ist unklar, wie lange sich das giftige Gas überhaupt sicher unter der Erde speichern lässt.

Unter dem Begriff "Geo Engineering" werden ganz unterschiedliche technische Wege erforscht, mit denen man die globale Erwärmung in den Griff bekommen will. So zum Beispiel auch eine Idee, die eher nach Science Fiction als ernsthafter Wissenschaft klingt: Mit riesigen Spiegeln oder künstlichen Staubringen (ähnlich dem des Saturns) könnte die Strahlung der Sonne noch vor Eintritt in die Atmosphäre im Weltraum reflektiert werden. Aufgrund der hohen Kosten werden dem Sonnenschirm jedoch keine großen Chancen eingeräumt.

Ebenfalls zur Debatte steht die gar nicht so neue Idee, mit Flugzeugen Schwefel in die Stratosphäre zu bringen. Durch die Verbrennung in großer Höhe würden Schwefeloxide entstehen, welche das Sonnenlicht filtern könnten. An der Universität Bristol sind die Wissenschaftler schon weiter: So soll der Schwefel mit Hilfe eines Schlauchs und speziellen Stratosphärenballons nach oben transportiert werden. Mit bis zu drei Milliarden Dollar pro Jahr ist das Vorhaben im Vergleich zu anderen großtechnischen Konzepten fast schon billig.

Das Umweltbundesamt warnt derweil vor unkalkulierbaren Risiken großtechnischer Lösungsvorschläge und fordert ein Moratorium für entsprechende Vorhaben. Schließlich würden diese nicht bei den Ursachen des anthropogenen Treibhauseffektes ansetzen. UBA-Präsident Jochen Flasbarth fordert daher: „Wer die Klimaschutzziele wirklich erreichen will, muss die Emissionen weiter mindern.“

Foto: 1102CT6PM22 von Lyn ingodsgarden

Autor: Christian Lingnau

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