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Jun 3, 2011 - by Christian Lingnau

NRW: Erdgas auf Kosten des Trinkwassers?

Die Suche und Erschließung von knapper werdenden Rohstoffen wird immer abenteuerlicher. So soll etwa in Nordrhein-Westfalen mit Hilfe der sogenannten „Fracking“-Methode Erdgas aus der Tiefe gepresst werden. Dagegen regt sich in nun Widerstand. Anwohner und Umweltverbände befürchten eine Gefährdung des Trinkwassers im bevölkerungsreichsten Bundesland.
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Weil die Gasvorkommen weltweit immer knapper werden, lohnen sich inzwischen auch unkonventionelle Fördermethoden für die Mineralölkonzerne. Beim sogenannten „Fracking“ werden Chemikalien, Sand und Wasser mit einem Druck von über 1.000 Bar ins Erdreich gepresst. Das Gestein wird aufgesprengt, so dass „unkonventionelles Gas“ entweichen kann.

Anwohner und Umweltorganisationen lehnen das Verfahren als zu riskant ab. Laut Dirk Jansen vom Landesverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) gefährdet der eingesetzte Chemikaliencocktail die Trinkwasserversorgung: „Pro Bohrung kommt tonnenweise Gift zum Einsatz. Darunter sind Biozide und Säuren, aber auch Gefahrstoffe wie Benzol und Tuluol.“ Vertreter der anderen Seite betonen hingegen, die Frackflüssigkeit sei durch dicke Tonschichten vom Grundwasser abgeschirmt.

Mineralölkonzerne wie ExxonMobil wollen möglichst bald mit den Probebohrungen beginnen. Mit einer aufwändigen Imagekampagne wirbt der Betreiber der Esso-Tankstellen zum einen in der Öffentlichkeit für sein Anliegen. Gleichzeitig wird der Druck auf die Landesregierung erhöht. Diese will jedoch zunächst eine Studie zu den Gefahren des „Frackings“ erstellen lassen, bevor sie die Probebohrungen genehmigt.

Foto von Christian Kadluba

Autor: Christian Lingnau

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