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25.05.2011 - von Micha

Erst stirbt die Biene, dann der Mensch

Seit einigen Jahren beobachten Imker und Forscher, dass immer wieder schlagartig zahlreiche Bienen sterben. Nun ist es wieder soweit: Im vergangenen Winter sind allein in Deutschland bis zu 200.000 Bienenvölker verendet. Auch in anderen Teilen der Welt gehen die Populationen massiv zurück. Dabei ist es keine Übertreibung, dass selbst das Schicksal der Menschen vom Überleben der fleißigen Insekten abhängt. Nicht umsonst meinte schon Albert Einstein: „Erst stirbt die Biene, dann der Mensch“.
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Die Entwicklung hat beunruhigende Ausmaße angenommen. Ob in Europa, Nordamerika, Ägypten, Japan oder China: Überall haben Züchter mit einem massiven Bienensterben zu kämpfen. Das vor wenigen Jahren erstmals beobachtete Phänomen tritt erneut auf. Aus einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) geht hervor, dass die Bienenpopulation in Europa um 10 bis 30 Prozent, in den USA um fast ein Drittel und im Nahen Osten sogar um 85 Prozent zurückgegangen sind.

Das große Sterben schadet nicht nur den Imkern, sondern gefährdet das gesamte Öko- und Wirtschaftssystem: 80 Prozent aller Nutzpflanzen und 90 Prozent der Obstbäume sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Nach Rind und Schwein gilt die Biene als das drittwichtigste Nutztier. Ein Verschwinden der emsigen Honiglieferanten hätte verheerende Auswirkungen auf unsere gesamte Nahrungsmittelproduktion.

Die Wissenschaft kann das Phänomen immer noch nicht hinreichend erklären. Als Hauptverursacher wird unter anderem die gefräßige Varroamilbe genannt, welche die Brut der Bienen zerstört. Die Bekämpfung des Parasiten ist allerdings schwierig – auch weil die Milben teilweise schon Resistenzen gegen Chemikalien entwickelt haben. Daneben bedrohen zunehmend Pestizide und Monokulturen den Lebensraum der Insekten. Nach der Ernte finden die Bienen oft keinen Nektar und keine Pollen mehr. Monokulturen schränken außerdem den Speiseplan der Tiere ein, was deren Immunsystem schwächt und sie für Schädlinge anfälliger macht.

Foto: Bienen auf Dadanträhmchen von Maja Dumat

Autor: Christian Lingnau

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