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May 16, 2011 - by Christian Lingnau

WWF kritisiert Bericht zur Elektromobilität

Der Umweltorganisation WWF zufolge ist der Bericht zur Elektromobilität, der heute der Bundeskanzlerin übergeben wird, eine „Farce“. Die Industrie rechne sich darin ihren milliardenschweren Subventionsbedarf selbst aus. Der WWF fürchtet, dass die Markteinführung der mit Strom betriebenen PKW dadurch erschwert wird.
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Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik beim WWF Deutschland, findet klare Worte zu dem Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE): „Er ist fast ausschließlich ein Industriepapier, in dem sich die beteiligten Industriezweige ihren Subventionsbedarf selbst errechnet haben. Wir lehnen es entschieden ab, auf dieser Basis über die Förderung von Elektrofahrzeugen zu reden.“ Sie empfehle daher der Bundeskanzlerin, das Papier nicht zur Grundlage politischer Entscheidungen zu machen.

So wird im Bericht zur Elektromobilität eine Subventionierung der E-Autos in Höhe von bis zu 220 Millionen Euro bis zum Jahr 2014 vorgeschlagen. Ferner sollen vier Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stellen. Die NPE kommt zu dem Schluss, dass andernfalls statt der politisch gewollten eine Million nur 450.000 Elektroautos im Jahr 2020 auf deutschen Straßen fahren werden.

Der WWF, selbst Mitglied in der NPE, kritisiert vor allem den intransparenten Entstehungsprozess. Demnach seien die Kostenberechnungen auf Basis eines industrieinternen Modells erfolgt. Zudem seien weite Teile des Papiers unter intransparenten Bedingungen zustande gekommen. Günther beklagt, dass eingebrachte Vorschläge in jeder neuen Berichtsversion wieder fehlten. Die Organisation fürchtet, dass dies den Start des Elektroautos erschweren könnte. Dass bei der Übergabe an die Kanzlerin nicht ein Vertreter der Zivilgesellschaft eingeladen ist, sei symbolisch für den gesamten Prozess. Der WWF fordert die Bundesregierung daher auf, die Arbeitsgruppen der Plattform ausgewogener zu besetzen.

Foto: DSC00501 Berlin von Wolfgang Jung

Autor: Christian Lingnau

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2 comments

  1. motherearth / May 19, 2011 11:40:48 AM

    solange eine Tonne Auto mit Atomstrom durch die Gegend fahren will, gehört nichts subventioniert. Effizienssteigerungen und Verbrauchsminderungen über 30% gehören gefördert...wo bleibt der Strombörsenpreis orientierte Strom?

  2. Christian Lingnau / May 19, 2011 1:04:31 PM

    @motherearth: Ja das wäre viel sinnvoller. Das Problem ist nur, dass sich mit "Weniger" kein Profit machen lässt. :-(

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