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Apr 14, 2011 - by Christian Lingnau

Biosprit: Ethiker fordern Kurskorrektur

Biomasse und Biosprit wie E10 gelten weithin als nachhaltige, umweltschonende Alternativen zu fossilen Treibstoffen. Doch der großflächige Anbau sogenannter Energiepflanzen führt zu steigenden Nahrungsmittelpreisen, Monokulturen und Entwaldung. Bioethiker fordern nun eine Korrektur der großzügigen europäischen Förderpolitik.
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Zunächst scheinen die Argumente für Biotreibstoffe überzeugend: Sie sind als nachwachsende Rohstoffe praktisch unendlich verfügbar, verursachen weniger CO2 als ihre fossilen Pendants und reduzieren die Abhängigkeit von Ölimporten. Und weil der Anbau der Energiepflanzen Arbeitsplätze sichert, fördert die Europäische Union diesen im großen Stil. Bis 2020 soll der Anteil des Sprits aus Mais und Raps bei zehn Prozent liegen.

Studie: Biotreibstoff fördert Armut

In einer aktuellen Studie zukommt Joyce Tait vom Nuffield Council on Bioethics jedoch zu einem ernüchternden Ergebnis: „Die rasche Ausweitung der Biotreibstoff-Produktion in den Entwicklungsländern hat dort zu Problemen wie Entwaldung und zur Vertreibung von Eingeborenen geführt. Wir wünschen uns eine besser durchdachte Strategie, die die Konsequenzen der Biotreibstoff-Produktion umfassend berücksichtigt." So führe die zunehmende Konkurrenzsituation zum Nahrungsmittelanbau zu noch mehr Armut und Hunger in ohnehin wirtschaftlich schwachen Regionen. Die Gutachter kritisieren zudem den hohen Wasserverbrauch, den intensiven Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sowie die Abholzung von Wäldern. Der Organg-Utang sei auf diese Weise schon fast ausgerottet.

Die Bioethiker fordern daher eine Korrektur der europäischen Förderpolitik. Statt den Anbau von Mais, Weizen, Raps und Zuckerrohr zu subventionieren, sollte die EU Pflanzen wie Elefantengras und Chinaschilf fördern. Diese würden mehr Energie liefern, weniger mit landwirtschaftlich genutzten Flächen konkurrieren und weniger Land, Wasser und Dünger benötigen. Unterm Strich sei die Umweltbelastung wesentlich geringer als bei den Energiepflanzen der ersten Generation.

Foto: Sugar Cane von Dave Marquard

Autor: Christian Lingnau

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