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08.04.2011 - von Christian Lingnau

Emissionshandel weiter umstritten

Umweltverbände kritisieren das Geschäft mit Emissionszertifikaten, weil es ihrer Meinung nach falsche Schwerpunkte setzt. Das Umweltbundesamt (UBA) sieht das freilich anders. Demnach ist der CO2-Ausstoß im vergangenen Jahr trotz des starken Wirtschaftswachstums nur moderat gestiegen. Der Emissionshandel setze bei den Unternehmen Anreize für mehr Klimaschutz.
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UBA: Zertifikate fördern Klimaschutz

Im Jahr 2010 haben die insgesamt 1.630 deutschen emissionshandelspflichtigen Energie- und Industrieanlagen etwa sechs Prozent mehr Kohlenstoffdioxid ausgestoßen als im Vorjahr. Mehr emittiert haben vor allem Energieversorger und die Eisen- und Stahlindustrie. Trotz der starken konjunkturellen Entwicklung wurde letztes Jahr mit 454 Millionen Tonnen insgesamt aber geringer CO2 ausgestoßen als 2008. Weil der Ausstoß oberhalb der durch die Zertifikatsmenge festgelegten Grenze lag, müssen die betroffenen Unternehmen die fehlenden Berechtigungen am Markt ersteigern. Nach Ansicht des Umweltbundesamtes zeigt der Emissionshandel damit bereits jetzt erste Erfolge.

Weil das Angebot an Emissionszertifikaten in der nächsten Handelsperiode (2013 bis 2020) weiter sinkt, stiegen die Investitionsanreize insbesondere für Energiewirtschaft und Industrie weiter. Dr. Hans-Jürgen Nantke, Leiter der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt geht davon aus, dass damit „der Anreiz für Investitionen in klimaschonende Technologie in allen Sektoren weiter verstärkt und der Emissionshandel insgesamt effizienter“ wird.

BUND: Handel bevorzugt Kohlekraft

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sieht das anders. Laut BUND bevorzugt der Emissionshandel nämlich den Bau neuer Kohlekraftwerke, indem diese mehr Gratis-Zertifikate bekommen als vergleichbare klimaschonendere Gas-Kraftwerke. So erhielten die Betreiber neuer Kohlekraftwerke Gratis-Zertifikate im Wert von bis zu vier Milliarden Euro. Für vergleichbare Gas-Kraftwerke würden die Stromanbieter maximal halb so viele Zertifikate erhalten. Folglich würden die Konzerne bevorzugt auf klimaschädliche Kohlekraftwerke setzen und damit zusätzliche Gewinne machen.

Foto: Kraftwerk Frimmersdorf von Martin Roell

Autor: Christian Lingnau

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