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01.04.2011 - von Christian Lingnau

NABU verklagt die Gebrüder Grimm

Der Wolf hat bis heute unter seinem schlechten Image zu leiden. Schuld daran haben vor allem die Märchen der Gebrüder Grimm, in denen der Wolf zu Unrecht als ein böses Tier dargestellt wird. Der Naturschutzbund (NABU) hat die Märchenerzähler daher nun verklagt.
Der NABU bezieht sich bei seiner Klage auf den Straftatbestand der Verleumdung. Nach §167 STGB macht sich strafbar, „wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist (...)“. Nach Ansicht der Tierschützer wird der Wolf gleich in mehreren Märchen verleumdet.
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Besonders kritisiert der NABU die Rolle des Raubtiers in „Der Wolf und die sieben Geißlein“ und in „Rotkäppchen“. „Rotkäppchen ist schuld, dass die extrem scheuen Wölfe gemeinhin als angriffslustig und blutrünstig gelten”, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Mit der Klage soll dem „altdeutschen Mobbing“ und der „rassistischen Diskriminierung“ endlich Einhalt geboten werden.

In der Tat scheint das Grimmsche Bild vom bösen Wolf nicht mehr zeitgemäß. Statt Mädchen mit roten Kappen frisst der Wolf nämlich am liebsten Rehe und Wildschweine. Dem Menschen geht der scheue Jäger nämlich aus dem Weg. Auch Ziegen- und Schafhirte müssen sich keine Sorgen machen: Mit Zäunen und Herdenschutzhunden sind die Tiere effektiv geschützt. Und das nicht nur am 1. April.

Foto: Gebrüder-Grimm Statue von Michael Mertens

Autor: Christian Lingnau

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