back


Mar 28, 2011 - by Christian Lingnau

Demos, Kerzenlicht und Wahlen

Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen der Energiepolitik. Am Samstag demonstrierten zunächst über 200.000 Menschen in den vier größten deutschen Städten gegen Atomkraft. Während der anschließenden Earth Hour schalteten noch mehr Menschen auf der ganzen Welt das Licht aus für mehr Engagement im Klimaschutz und bei den erneuerbaren Energien. Schließlich hat die Atomkatastrophe in Japan auch die Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz maßgeblich beeinflusst.
image

Großdemonstrationen gegen Atomkraft

Weit über 200.000 Menschen haben am Wochenende in Berlin, Köln, Hamburg und München gegen die Kernenergie und die Energiepolitik der Bundesregierung demonstriert. Allein in der Hauptstadt gingen unter dem Motto „Fukushima mahnt - alle AKWs abschalten“ über 100.000 Menschen auf die Straße. Nach Angaben der Veranstalter handelte es sich um die bislang größten Anti-Atom-Proteste in Deutschland. Dabei dürfte neben den Äußerungen des Bundeswirtschaftsministers die Uneinigkeit innerhalb der Union zusätzlich zur Mobilisierung beigetragen haben. So kritisierte der Wirtschaftsflügel der CDU die dreimonatige Stilllegung alter Meiler als übereilt. Die von Merkel eingesetzte Ethik-Kommission mit dem Atomkritiker Klaus Töpfer an der Spitze trifft nicht überall auf Gegenliebe. Nun wollen Merkel-Kritiker aus der Fraktion gar ein eigenes Beratergremium zusammenstellen.

Licht aus fürs Klima

Um 20.30 Uhr schalteten Millionen Menschen in 134 Ländern für eine Stunde das Licht aus. Mit 66 Städten machten hierzulande dieses Jahr fast doppelt so viele mit wie letztes Jahr. Im Rahmen der WWF-Initiative fordern die Teilnehmer von der Politik mehr Engagement im Klimaschutz und eine sichere Energiezukunft auf Basis erneuerbarer Energien. In Berlin hatte die Aktion mit einer Schweigeminute für die Opfer in Japan begonnen. Im Anschluss forderte WWF-Vorstand Eberhard Brandes: „Es geht darum, heute ein Zeichen und Signal zu setzen dafür, dass wir in der Energieversorgung endlich umsteuern müssen und dass wir keine Zeit mehr dafür haben." Daher betont die Umweltstiftung auch, dass die bei der Veranstaltung verwendeten Kerzen allesamt aus biologischer Produktion kamen und somit kein CO2 verursacht haben.

Grüner Ministerpräsident in Baden-Württemberg?

Nicht weniger spektakulär ist der Wahlausgang in Baden-Württemberg, das knapp 58 Jahre lang von der CDU regiert wurde. Die Grünen werden den Hochrechnungen zufolge nach einer Verdopplung ihrer Stimmenzahl wohl erstmals einen Ministerpräsidenten stellen. Auf der anderen Seite verliert die CDU mit Stefan Mappus nicht nur einen weiteren Ministerpräsidenten, sondern auch einen eifrigen Verfechter der Kernenergie.

Foto: It's Earth Hour von Cornelia Kopp

Autor: Christian Lingnau

Your comment will be deleted irrevocably!

0 comments

You must be logged in to comment.
Feedback ist momentan nur als Mitglied möglich!
Feedback is temporarily only available for members!

Ich habe keinen IPAT-Account und möchte
"I Plant a Tree" über mein
Facebook Profil benutzen.

Mit Facebook anmelden

Ich habe bereits einen IPAT-Account und möchte diesen mit meinem
Facebook Profil verknüpfen.
Hierfür bitte vorher einloggen:

Mit Facebook verknüpfen