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17.03.2011 - von Christian Lingnau
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Robinie (Robinia pseudoacacia)

Charakteristisch für die Robinie sind die stark duftenden weißen Blüten, deren Geruch in der Blütezeit (Mai und Juni) vor allem in Parks oder Gärten wahrzunehmen ist. Allerdings ist Vorsicht geboten, wenn man sich eine der etwa 25cm langen Blütentrauben mitnehmen möchte: An der Basis der Blätter, die bis zu 30cm lang sind und aus etwa 23 Fiederblättchen bestehen, können die Nebenblätter zu kräftigen Blattdornen umgebildet sein. Weiterhin ist die Robinie an der rundlichen bis eiförmigen Krone und der tief längsrissigen Borke zu erkennen.

Ein Amerikaner in Europa

Die Robinie ist ein Neophyt, also eine Baumart, die erst nach der Entdeckung Amerikas 1492 eingeführt wurde. Ursprünglich stammt sie aus dem östlichen Nordamerika (Apalachengebiet), von wo sie Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa gebracht wurde. Der erste belegte Nachweis stammt aus England, aus dem Jahr 1634. Danach breitete sich die Robinie rasch über das restliche Europa aus, was zum einen an der Vermehrungsart des Baumes liegt, zum anderen aber auch an der Beliebtheit der Robinie als Park- und Gartenbaum, später dann auch als Nutzholz in der Forstwirtschaft.

In Deutschland beläuft sich die Anbaufläche der Robinie heute auf etwa 14.000ha, vor allem auf renaturierten Bergbauflächen in den Bergbaufolgelandschaften Brandenburgs oder den sandreichen Böden Sachsens, Sachsen - Anhalts und Brandenburgs. Verbreitet ist sie jedoch in ganz Deutschland.

Ausgeklügelte Fortpflanzungssysteme

Robinien sind, wie die meisten Pionierbaumarten in der Lage sehr früh, bereits im Alter von sechs Jahren, Samen zu produzieren. Diese werden mit dem Wind verbreitet, Distanzen von 100m werden dabei allerdings selten überschritten. Die Samen können lange im Boden überleben und benötigen zur Keimung lediglich viel Licht. Dadurch ist es der Robinie kaum möglich sich in geschlossenen Beständen durch Samenausbreitung fortzupflanzen. Dies gelingt ihr aber über das Wurzelsystem: Robinienwurzeln bilden Ausläufer, mit deren Hilfe auch in dichte Bestände eingedrungen werden kann.

Ein Spezialist mit besonderen Eigenschaften...

Da Robinien in der Lage sind, mithilfe von Wurzelknöllchenbakterien Luftstickstoff zu binden, sind sie unabhängig vom Stickstoffgehalt des Bodens und können außerdem ursprünglich stickstoffarme Standorte nachhaltig positiv verändern, da durch den Blattfall und die Wurzeln wiederum Stickstoff an den Boden abgegeben wird.

Gepflanzt wird die Robinie heute fast überall, nur nicht in den Höhenlagen der Gebirge. Sie bevorzugt trockene, warme Waldgebiete, Waldränder, Verkehrswege und offene Trockenrasen. Robinien können gut zur Erstaufforstung, insbesondere auch von Ackerflächen verwendet werden. Außerdem wird sie besonders gerne zur Befestigung von Hanglagen und Böschungen verwendet, da sie über ein ausgedehntes Flachwurzelsystem verfügt. Dies sowie der späte Blattaustrieb und der frühe Laubabwurf ermöglichen es der Robinie, Trockenheit sehr gut tolerieren zu können. Die bodenverbessernden Eigenschaften und die Trockenheitstoleranz sowie das schnelle Wachstum und die Schädlingsresistenz führen dazu, dass die Robinie heute neben Weiden und Pappeln auf Kurzumtriebsplantagen zur Energieholzgewinnung angebaut wird.

...und doch nicht überall beliebt

Die Eigenschaften der Robinie, sich über Wurzelbrut und ein weitläufiges Wurzelsystem rasch zu verbreiten und nährstoffarme Standorte zu besiedeln, sind nicht immer gern gesehen. Generell sollte die Robine nur dort gepflanzt werden, wo ihr viel Raum zur Ausbreitung gegeben werden kann.

Probleme bereitet diese Baumart vor allem in Offenlandbiotopen wie Kalkmager- oder Sandtrockenrasen, bei denen ein Stickstoffeintrag zur Verdrängung der - meist unter Naturschutz stehenden - lichtliebenden und konkurrenzschwachen Pflanzenarten führt (z.B. Sand - Nelke, Kuhschellen - Arten, Frühlings - Adonisröschen).

Dabei ist bei der Beseitigung der Bäume das Vermögen zu Stockausschlag sehr hinderlich. Hierbei treiben aus dem Stock des geschlagenen Baums neue Schösslinge aus. Die Fähigkeit zum Stockausschlag nach Verletzung des Stammes führt dazu, dass man oft mehrstämmige Robinien zu sehen bekommt. Text: Anne Menz

Autorin: Anne Menz

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